Der EU Führerschein: Die Standards in den EU-Mitgliedsstaaten sind unterschiedlich
Wer kann sich nicht daran erinnern? An langweilige Theoriestunden in der Fahrschule, lange Autobahn- und Nachtfahrten, schweißnasse Hände beim rückwärts einparken und schließlich das überglückliche Gefühl, wenn der EU Führerschein endlich geschafft war und man ganz alleine, ohne die wachsamen Augen des Fahrlehrers zu spüren, seine erste Fahrt machen durfte? Ja, den Führerschein zu machen, das war und das ist in Deutschland immer noch ein Unterfangen größeren Ausmaßes. Wie bei so vielen Dingen in diesem schönen Land, bedarf es erst einer ziemlich langen Schulung, bevor man die Erlaubnis besitzt, ein Kraftfahrzeug führen zu dürfen.
Wie ist das eigentlich in anderen europäischen Ländern? Muss man auch dort eine längere Zeit in der Fahrschule verbracht haben, um endlich den ersehnten Schein zu bekommen? Die Antwort lautet: Nein. Muss man nicht. Sollte eigentlich zwar der Fall sein (immerhin gibt es einen einheitlichen EU Führerschein), ist es aber nicht. Vor allem in den südlichen Ländern, in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal ist der Aufwand, den man betreiben muss, um einen EU Führerschein zu bekommen, vergleichsweise gering. Und ganz schlimm sieht es in einigen der östlichen Mitgliedsstaaten der EU aus.
Wer dort seinen EU Führerschein bekommen möchte, der kann entweder – wie vorgesehen – eine Prüfung ablegen; oder aber er öffnet sein Portemonnaie, holt ein paar Scheinchen heraus und befindet sich wenig später in Besitz des begehrten Dokuments. Die unterschiedlichen Standards machen sich in der Verkehrsstatistik bemerkbar; Bürger der östlichen EU-Mitgliedsstaaten sind – obwohl sie einen EU Führerschein besitzen – prozentual viel häufiger in Unfälle verwickelt als die Angehörigen andere EU-Länder.
Jens Kleinholz
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