Wann ist ein Chiptuning ausgereizt
Wenn man ausschließlich den Ladedruck erhöht, sinkt zwar der Rußausstoß und man schafft Spielraum für eine zusätzliche Erhöhung der Einspritzmengen, allerdings steigen die Spitzendrücke im Motor auch an. Der Schaden durch das Chiptuning hierbei könnte ernorm sein. Erschwerend kommt hinzu, dass die TDI-Lader, die heute produziert werden ganz spezifisch auf die jeweilige Leistungsstufe zugeschnitten sind. Um das so genannte "Turboloch" sehr klein zu halten, wird der Lader so hergestellt, dass er für den P-Max Bereich des Serienmotors schon fast zu klein ist. Das ist einer der Gründe, warum bei sehr hohen Drehzahlen kaum mehr brauchbare Reserven für eine Erhöhung des Ladedrucks und den daraus resultierenden Luftdurchsatz vorhanden sind. Weitere Antriebsleistung des Laders lässt sich allerdings nur durch einen größeren Abgasgegendruck gewinnen. Das bedeutet, dass über die Seite des Auspuffs eine Ladedruckerhöhung wirkt wie ein zum Teil verstopfter Kat, was allerdings nicht gerade förderlich ist für die angestrebte Leistungssteigerung des Motors.
In der Zusammenfassung bedeutet das, dass bei einer Erhöhung des Ladedrucks heutiger TDI Motoren der Serienlader im P-Max Bereich ausschließlich gegen den selbstproduzierten Abgasgegendruck ankämpft und dabei der "Materialstress", d.h. Laderdrehzahl, Ladeluft- und Abgastemperaturen steigen massiv an. Dabei fällt der eigentlich bezweckte Luftmassengewinn relativ klein aus. Darum kann hier eine größere Einspritzmenge nur sehr schlecht in Mehrleistung gewandelt werden.
Das wäre möglich mit einem Motor mit einem passend größeren Lader. In den mittleren Drehzahlbereichen hingegen haben die TDI Lader noch viel größere Reserven, was nun einige Chiptuner ausnutzen um eine Drehmomentsteigerung auszunutzen, die sich allerdings dann wieder auf andere Materialien auswirkt, sowie Getriebe und Kupplung und Antriebswellen.
Marc Sachse
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