Kommunikation und Coaching: Führung durch Körpersprache
Ein essenzielles Element für die Führung im Coaching ist die Bewusstmachung und Sensibilitätssteigerung für Körpersprache. Gemäß Albert Mehribian wird 55% der Wirkung einer Äußerung durch die Physiognomie, die Gestik und die weiteren Ausdrucksmerkmale erreicht, wenn der Abnehmer die Botschaft sprachlich nicht oder nur z. T. begreift - dies bringt an den Tag wie wesentlich die Beachtung der Körpersprache bei der Verständigung ist.
Beim Coaching der Führung geht es überwiegend um die primären Funktionen der Manager: Abteilungen an einem Strang ziehen zu lassen und in Gruppen oder bei einzelnen Beschäftigten Motivation herbei zu führen. Hierbei kann die Körpersprache einen bedeutsamen Anteil bewirken und, was häufig noch bedeutender ist, konfliktträchtige körpersprachliche Zeichen wie z. B. unterschwellige abneigende Körperhaltungen zu umgehen.
Im Prinzip ist es nicht die Angelegenheit des Coachings, Angelegenheiten des Kunden abzustellen, sondern ihm Werkzeuge, Ideen und Verfahrensweisen an die Hand zu geben, damit dieser selber Lösungskonzepte zusammentragen kann. Ein guter Start ist zum Beispiel, wenn der Trainer der Leitung vorerst die Fundamente der Körpersprache aufzeigt: Sie ist als allegorische Ausdrucksform die früheste Form des Informationsaustausches, erweist Information über die emotionale Kraft und wird nur selten richtig bewusst erkannt und gedeutet. Obendrein kann man sagen, dass Körpersprache ein aufrichtiger Spiegel unserer Geisteshaltungen ist, es gibt in der Regel keine „zufälligen“ Bewegungen, und daher wertvolle Hinweise zur Weiterführung von Konversationen erweist.
Man kann Körpersprache in aktive Kommunikation (Nicken des Kopfes, Hervorhebung einer Aussage mit Bewegungen der Hand, überdrüssig abwinken) und in passive Reaktionen (Heben der Brauen, Abschließen der Arme, Zurückschnellen) aufgliedern. Hier werden u.a. kriegerische Signale (Zeigefinger, Stift), Absperrungssignale (untere Extremitäten, Arme), Oberkörpersignale (Geneigtheit, Abwenden), Verneinungssignale (Wegwischen, Mund zu halten, Griff an die Nase - „irgendwas stinkt hier“) differenziert.
Der Coach kann die Leitung für den Einsatz der Körpersprache sensibilisieren, Chancen des Einsatzes aufweisen und damit der Führungskraft einen Beginn in den absichtlichen Arbeitseinsatz der Körpersprache ermöglichen - der Beginn ist dabei immer das bewusste Innewerden der von uns selbst ständig ausgestrahlten körperlichen Signale.
Peter Bödeker
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