NLP – Werkzeuge im Coaching von Jugendlichen
Jugendliche heute, speziell jene, die in Programmen zur Berufsbildung oder vorbereitenden Berufsbildung der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden, haben die Welt nach – viele auch schon vor – dem Abgang von der allgemein bildenden Schule als eine Ansammlung für sie nicht zu bewältigender Probleme kennen gelernt. Ihre auf der Schule erworbenen Kompetenzen reichten nicht aus, um ohne fremde Hilfe einen Ausbildungsplatz zu finden oder eine Ausbildung souverän zu Ende zu führen.
Ihnen fehlen grundlegende Fähigkeiten, sich selbst und andere wirklich wahrzunehmen: Eine technisierte Welt hat Ihre Aufnahmefähigkeit im schlimmsten Fall auf den Konsum fremd erzeugter Bildern beschränkt. Sie haben keine oder unrealistische Wünsche, selten sind sie in der Lage, in fremd gesteuerten Lernsituationen etwas Gutes zu erkennen und sich diese anzueignen durch Definition eigener Ziele. Ihre Beweglichkeit erleben sie als eingeschränkt durch die Abhängigkeit von der Hartz IV – Bürokratie und eine – oft schon vom Elternhaus übernommene – Opferrolle.
Neurolinguistische Programmierung bietet für diese Klientel einen reichhaltigen Pool sehr effektiver Werkzeuge, die in persönlichem oder Gruppen – Coaching eingesetzt werden können. Coaching, bisher eine Form der Berufs – oder Karriereberatung für Menschen in gehobenen Positionen, erweist sich dabei in seiner Kombination mit NLP – Techniken als Anschub für die Entwicklung und Klärung eigener Potentiale und wirksame Methode, die Eigenkompetenzen der Jugendlichen zu erkennen und zu fördern und sie damit zu mehr Selbstverantwortung zu führen.
In Seminaren mit Jugendlichen aus dem Hartz IV – Bereich hat sich gezeigt, dass besonders drei Werkzeuge gute Ergebnisse bringen. Da ist zunächst die Ziele – Arbeit. Festzustellen, dass in jedem Problem schon eine Lösung versteckt liegt wie die Perle in der Auster, dass selbst aussichtslos erscheinende Situationen eigenverantwortlich, autonom, aktiv und konkret bewältigt werden können, wenn nur das eigene Ziel klar definiert wird, ruft bei vielen jungen Teilnehmern ein Aufseufzen der Erleichterung hervor: ich muss gar kein Opfer sein. Ich kann mich entscheiden, Situationen nach meinen Fähigkeiten zu gestalten.
Zweiter Bestandteil eines solchen Seminars ist der Bereich der Kommunikation, den wir als „Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung“ beschreiben. Mit einfachen Mitteln erfahren die jungen Menschen, wie andere sie wahrnehmen und wie sie ihre eigenen Fähigkeiten, Werte und Kenntnisse in der Kommunikation mit anderen „an den Mann bringen“ können. Dabei erkennen sie häufig zum ersten Mal, dass sie die Welt nicht nur (in Fernsehbildern und der BILD – Zeitung) mit ihren Augen wahrnehmen können, sondern mit allen Sinnen. So erweitern sie ihre kommunikativen Möglichkeiten und befreien sich von Vorurteilen über andere Menschen und die Welt.
Zum Dritten werden ihnen in diesen Seminaren leicht verständliche Methoden der Konfliktbewältigung im kommunikativen Bereich gezeigt. Diese gehen von körpersprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten über „richtiges“ Fragen bis hin zum Verstärken von eigenen Ressourcen wie Selbstvertrauen und Mut. Dies führt zu mehr Flexibilität in bisher als ausweglos erlebten Situationen und in der Kommunikation mit anderen: Arbeitsagentur, Chefs, Lehrern, Eltern. Sie werden darauf aufmerksam, dass ihnen in jeder „Zwangslage“ immer mehrere Möglichkeiten zu deren Bewältigung offen stehen.
Bei allen Rückschlägen, die es selbstverständlich in Seminaren mit nicht – freiwillig anwesenden Teilnehmern immer gibt und bei allem weiteren Bedarf nach Qualifizierung, den diese Jugendlichen haben, kann gesagt werden, dass NLP – Coaching eine zukunftsweisende Methode in der Arbeit mit diesen Teilnehmern ist. NLP – Coaching Ausbildungen eigenen sich also für alle Menschen, die mit dieser Personengruppe arbeiten (Lehrer, Sozialpädagogen, Arbeitsamtmitarbeiterinnen).
Martina Mlody
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