Unternehmensnachfolge – Worauf Sie achten sollten


Eine Alternative zur Umsetzung eigener Ideen oder zur Existenzgründung mit einem Franchising-System ist der Kauf eines bestehenden Unternehmens. Dabei ist die Einarbeitung durch den vorherigen Besitzer des Unternehmens sinnvoll. Neben der allgemeinen Unternehmensprüfung oder Unternehmensbewertung (Prüfung auf Markt, Wettbewerbsumfeld, Standort, Personalstand, Betriebskapital, Kunden, Rechtsform und vieles mehr) sollten Sie dabei darauf achten, dass der Eigner sich bereit erklärt, Ihnen eine Einarbeitung zu folgenden Themengebieten zu geben: Standort, Kunden, Mitarbeiter, Kosten und Erträge, Wettbewerbssituation, Marketing, Vertrieb. Je nachdem, welches Unternehmen Sie übernehmen wollen und welches Know-how Sie schon mitbringen, kann dies selbstverständlich variieren.

Neben den sachlichen Prüfung eines zu übernehmenden Unternehmens sollten Sie weiterhin darauf achten, inwieweit die Regelungen für eine Unternehmensnachfolge Konfliktpotenziale beinhalten. Meist entstehen Konflikte alleine aus der Situation heraus, dass der alte Eigentümer häufig nicht einfach loslassen kann – schließlich hat er meist viele Jahre mit der Führung des Unternehmens verbracht. Im Gegensatz dazu haben die Nachfolger in Unternehmen häufig viele neue Ideen und wollen diese auch gerne umsetzen. Das kann insbesondere bei einer Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie zu schweren Konflikten führen.

Um Konflikte von Anbeginn zu vermeiden bzw. eine konstruktive Atmosphäre zu schaffen, sprechen Sie bei den Gesprächen zwischen Eigner und Nachfolger Ihre Pläne ansatzweise an – auch wenn diese noch nicht komplett konkretisiert sind. Machen Sie deutlich, wohin Sie das Unternehmen führen möchten. Fragen Sie den „alten“ Eigner auch nach der Unternehmensphilosophie; wie wird im Unternehmen bisher gearbeitet? Hieraus können Sie einiges darüber lernen, wie offen das Unternehmen und seine Mitarbeiter gegenüber Veränderungen überhaupt sind. Bedenken Sie: Veränderungen brauchen Zeit und müssen von den Mitarbeitern ebenfalls getragen werden – planen Sie also Veränderungen mit Vorsicht und überfahren Sie den alten Eigentümer und auch die Mitarbeiter nicht.

Erarbeiten Sie einen konkreten Fahrplan für eine Unternehmensnachfolge und erarbeiten Sie einen solchen Fahrplan in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Eigner. Hier sollte genau festgelegt werden, welche Meilensteine (z.B. Einarbeitung, Bestellung zur Geschäftsführung, Kauf) innerhalb welchen Zeitraumes erreicht werden sollen. Beim Aufzeigen des Ist-Standes und zum Abgleich mit dem Soll-Stand kann auch ein Businessplan sehr hilfreich sein. Der Businessplan ist ohnehin unumgänglich, sofern Sie die notwendigen finanziellen Mittel nicht alleine aufbringen können.

Andrea Delp
adelp [ at ] amaveo [ dot ] de

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