Raid-Datenrettung
Der Datenverlust kommt oftmals über Nacht, beim Einschalten des Rechners oder Servers, oder ohne Vorwarnung mittem im laufenden Betrieb. Er ist unkalkulierbar und wenn er auftritt, bedeutet dies in vielen Unternehmen das sofortige Einleiten eines Ausnahmezustands – sei es aufgrund der Tatsache, dass die Produktion still steht, die Buchhaltung nicht weiter arbeiten kann oder, weil ein selbständiger Unternehmer vollständig von der Funktion seines Rechners abhängig ist.
Private Nutzer, die insbesondere Urlaubsfotos und persönliche Daten über den PC verwalten kommen meist über den Datenverlust weg, oder können den Datenverlust mit einem handelsüblichen Datenrettungs-Tool oftmals partiell rückgängig machen.
Doch was, wenn dieser - so oder so schon sehr leidliche - Datenverlust nicht bei einem Privatnutzer oder in einem kleinen Unternehmen auftritt, sondern bei Providern, in Agenturen, bei Mittelständlern oder Konzernen ? Was, wenn nicht ein herkömmlicher PC, sondern sogar ein Rechner mit Raid-System oder ein Server von einer Sekunde auf die andere den sprichwörtlichen "Geist aufgibt"?
Jede Sekunde der nicht möglichen Inbetriebnahme bedeutet in diesem Falle massiven Zeit- und somit Geld-Verlust. In schlimmeren Fällen kann dies sogar dazu führen, dass Termine nicht eingehalten werden können, Kunden abspringen oder gar Konventionalstrafen aufgrund des Nichteinhaltens abgeschlossener Terminverträge geltend gemacht werden. Im schlimmsten Falle kann dies sogar das sofortige "Aus" für das betroffene Unternehmen bedeuten - nämlich insbesondere dann, wenn viele wichtige Daten über das Raid-System verarbeitet werden und ein ständiger Zugriff darauf gewährleistet sein muss.
Aus diesem Grunde empfiehlt es sich - im Fall der Fälle - den folgenden Punkte-Plan einzuhalten um eine möglichst schnelle Raid-Datenrettung zu ermöglichen:
1.) Das Raid-System sollte umgehend vom Netz genommen werden. Kontaktieren Sie nun die Hotline eines auf die Raid-Datenrettung spezialisierten Datenrettungslabors und lassen Sie sich weitere Instruktionen für die weitere Verfahrensweise sowie einen groben, unverbindlichen Kostenvoranschlag unterbreiten.
2.) Sofern das System in einem Verbund arbeitet, sollte es daraus isoliert werden. Der fachgerechte Ausbau des Raid-Systems oder Servers sollte ausschließlich durch geschulte Mitarbeiter erfolgen.
3.) Bereits beim Ausbau sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass nicht nur eine defekte Festplatte, sondern das komplette Raid-System ausgebaut wird.
4.) Lagern Sie das System bis zur Abholung durch einen autorisierten Logistik-Partner Ihres Datenrettungslabors in einem sicheren Raum mit hardware-verträglicher Temperatur (max. normale Raumtemperatur von ca. 21°C) und schützen Sie es vor weiteren physikalischen Einwirkungen (z. B. Schlag, Stoß, Brand, Wasser etc.). Sofern möglich, sollte das komplette Raid-System in einem großen, antistatischen Beutel gesichert werden um elektrostatische Aufladung zu vermeiden.
5.) Sofern möglich, sollte das System - sehr gut verpackt - direkt durch einen firmeneigenen Kurier, oder aber postalisch (Express inkl. Abholung) zum Datenrettungslabor befördert werden. Bei der Verpackung sollte ein möglichst großes Paket gewählt werden. Es empfiehlt sich zudem, verschiedene Dämpungs-Schichten zu erstellen um den Inhalt des Pakets wirkungsvoll gegen alle potentiellen Belastungen während des Transports zu sichern.
Es empfiehlt sich, sich sofort beim Datenrettungslabor über die Ankunft des Raid-Systems zu erkundigen oder dem Paket ein gut sichtbares, formloses Schreiben beizulegen, in dem genau dieser Bitte Ausdruck verliehen wird.
6.) Das Datenrettungslabor leitet nun die Analyse der Festplatten ein und unterbreitet Ihnen die Diagnose sowie i.d.R. auch einen Festpreis-Angebot über alle wiederherstellbare Daten. Die Datenrettung wird erst dann (variiert je nach Datenrettungslabor) eingeleitet, wenn Sie dem Angebot schriftlich zustimmen. Sorgen Sie daher von Anfang an für eine optimale Erreichbarkeit Ihrerseits um den Vorgang nicht durch eine fehlende Unterschrift Ihrerseits unnötig in die Länge zu ziehen.
Manuel Fuchs
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