Der Kredit – wenn Geld gebraucht wird
Oft kommt unverhofft. Häufig stehen wir vor der Tatsache, dass größere Anschaffungen gemacht werden müssen. Das Auto muss zur Werkstatt oder gar ein neues Auto muss her. Oder sind es notwendige Reparaturen am Haus.
Nur wie finanziert man solche großen Dinge im Voraus. Abhilfe schafft hierbei ein Kredit. Mit einem Kredit kann man die Zeit zwischen Anschaffung und Erwirtschaftung der finanziellen Mittel überbrücken. Natürlich hilft ein Kredit auch bei der Erfüllung von Wünschen, sei es der Traumurlaub oder das Einfamilienhaus.
Sehen wir uns die Historie der Kreditwirtschaft an. Der lateinische Wortstamm „creditum“, das auf Treu und Glauben anvertraute, verweist auf die lange Zeitspanne der Menschheitsgeschichte, in der so einiges geborgt und verliehen wurde. Damals vertraute der Kreditgeber noch darauf, dass der Kreditnehmer seine Schulden in Höhe und Frist begleicht. Heute regeln Gesetze und Verträge die Vereinbarungen des Kredithandels.
„Kann ich die Ware bis zum nächsten Mal anschreiben?“ Solche Sätze sind uns seit Alter her bekannt und in der Tat ist das „Anschreiben“ eines der ältesten Kreditformen. Mitgenommene Ware wurde vom Verkäufer aufgeschrieben und später, wenn man wieder Geld hatte, bezahlt. Auch heute ist diese Art des Kredits durchaus noch gebräuchlich.
Brauchte man wieder einmal Geld, so konnte man wertvolle Gegenstände auch in ein Pfandhaus oder in die Pfandleihe schaffen. Hier bekam man im Tausch für seine Habe Bares ausgezahlt. War man wieder „flüssig“ konnte man später sein Eigentum wieder einlösen. Die Verpfändung von Wertgegenständen wird auch heute noch praktiziert.
Der Aufschwung des Kreditgeschäfts begann zu Zeiten der Industrialisierung, zum Ende des 18. Jahrhunderts. Man erkannte schnell, dass der Kredit ein Mittel zur Absatzförderung darstellt. Die uns heute gut bekannte Ratenzahlung wurde durch produzierende Unternehmen etabliert. Automobilhersteller waren es, die am Anfang des 20. Jahrhunderts eigene Finanzierungsgesellschaften gründeten. Dem Beispiel folgten große Handelshäuser. Danach kam der Barkredit auf, eine Kreditart, die nicht mehr an eine bestimmte Ware gekoppelt war. In den 60er Jahren boten die Bankhäuser erstmals diese Form des Darlehns an.
Ein Kredit. Das bedeutet nicht nur eine zeitlich verzögerte Rückzahlung einer Schuld. Mit Krediten sind oft auch Zinsvereinbarungen verbunden. Man bezahlt also eine größere Summe zurück, als man geliehen bekommen hat. Es ist daher wichtig, dass die Zinsen aber auch die Bearbeitungsgebühr, Laufzeit und die Rückzahlungsmodalitäten in einem Kreditvertrag vereinbart werden. Einen ordentlichen Kreditverkehr mit Sicherheit für Kreditgeber und Kreditnehmer regelt das „Bürgerliche Gesetzbuch“ (BGB).
Enrico Wnendt
acell [ at ] gmx [ dot ] de
