Deutschland und die Aktien: Wenn, dann hochspekulativ


In Deutschland gibt es im Vergleich zu anderen Ländern deutlich weniger Privatanleger als beispielsweise in den skandinavischen Ländern oder den Vereinigten Staaten. Der Grund liegt unter anderem darin, dass Aktien im Ausland häufig der Alterssicherung dienen. Obwohl es jedoch in Deutschland weniger Kleinanleger gibt, bevorzugen diejenigen Privatinvestoren häufig spekulative Anlageformen: Aktien von Rohstoff-Explorern sind bei deutschen Kleinanlegern beispielsweise sehr beliebt und in den USA und Kanada wird das von Deutschen investierte Geld nicht selten als "silly german money" bezeichnet.

Der Grund liegt darin, dass viele Anleger in Deutschland aufgrund von Empfehlungen aus Börsenbriefen handeln. Werden Unternehmen mit einem geringen Börsenwert vielen Abonnenten gleichzeitig empfohlen, reichen bereits geringe Kurssteigerungen aus, um den Wert einer Aktie um mehr als zehn Prozent zu steigern. Häufig jedoch verlieren diese Aktien ebenso schnell wieder an Wert, wie sie vorher gestiegen sind. Daher sind Empfehlungen von reißerischen Börsenbriefen oft kritisch zu betrachten. Es gibt jedoch auch seriöse Publikationen, die das Risiko für den Investor durch detaillierte Recherchen und fundierte Analysen minimieren. Grundsätzlich gilt für spekulative Anlage jedoch stets die Grundregel, dass das Risiko mit zunehmenden Chancen steigt. Werben Börsenbriefe also mit dreistelligen Renditen ohne Risiko, sollte jeder Privatanleger hellhörig werden.

Nico Popp
16021982 [ at ] gmx [ dot ] net

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