Baufinanzierung: Mit dem Erwerb einer Immobilie heute schon fürs Alter vorsorgen!


Wer seine Baufinanzierung genau planen und vor bösen Überraschungen gefeit sein will, sollte vorerst einen „Kassensturz“ vornehmen. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, sein Finanzierungsmodell auf mehrere Standbeine aufzubauen. Dazu gehört zunächst einmal das Eigenkapital. Sparguthaben, Barmittel, Wertpapiervermögen, Versicherungsguthaben, Bausparguthaben und sonstige frei verfügbare Mittel. Mindestens zwanzig Prozent der gesamten Bausumme sollte aus Eigenkapital bestehen, um so Finanzierungskosten und die monatliche Belastung so gering wie möglich zu halten. Eine weitere Möglichkeit, sein Eigenkapital zu erhöhen besteht bei der Eigenleistung.

Bei der Baufinanzierung unterscheidet man die klassischen Hypothekendarlehen nach den beiden unterschiedlichen Tilgungsarten. Beinhaltet die festgesetzte Rate einen festen Tilgungsanteil, spricht man von einem Annuitätendarlehen. Soll das Darlehen erst zum Ende der Zinsbindungsfrist getilgt werden, handelt es sich um ein endfälliges Darlehen.

Beim Annuitätendarlehen, das auch als Amortisations- oder Tilgungsdarlehen bezeichnet wird, zahlt der Darlehensnehmer während der vereinbarten Zinsbindung eine festgelegte Jahresleistung (Annuität), die aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil besteht. Durch fortlaufende Zahlungen sinkt der Zinsanteil kontinuierlich, während gleichzeitig der Tilgungsanteil steigt. So wird nach Abzug der jährlichen Tilgung lediglich die verbleibende Restschuld verzinst, während die jährlichen Tilgungsleistungen um die eingesparten Darlehenszinsen ansteigen.

Meist haben sich Banken darauf verlegt, Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Eingangstilgungssatz von einem Prozent zu verkaufen. Nach Ablauf dieser Zinsbindungszeit ist der Darlehensnehmer gezwungen, eine Anschlussfinanzierung zu vereinbaren, bei der das Risiko besteht, dass das Zinsniveau mittlerweile angestiegen ist. Daher liegt es oftmals im Interesse des Darlehensnehmers, mit der Bank eine längere Laufzeit zu vereinbaren und beispielsweise ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von fünfzehn Jahren zu vereinbaren. Dabei kommt dem Kunden entgegen, dass es die Möglichkeit gibt, einen Kreditvertrag nach Ablauf von zehn Jahren zu kündigen und weitere fünf Jahre Zeit zur Verfügung stehen, bis ein günstigerer Zinssatz angeboten wird. Zudem besteht für den Kreditnehmer auch die Möglichkeit, eine andere Bank zu wählen. Verfügt ein Darlehensnehmer über höhere finanzielle Mittel, gibt es die Möglichkeit, einen höheren Eingangstilgungssatz zu wählen. So können zwei oder drei Prozent die Gesamtlaufzeit eines Darlehens erheblich verkürzen und tragen dazu bei, die Zinskosten der Finanzierung niedriger zu halten.

Robert Jacobi
robert-jacobi [ at ] gmx [ dot ] de

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