Strategische Ansätze einer Internetpräsentation


Vor kurzem behauptete ein Kunde mir gegenüber, wenn er sich vor ein paar Jahren eine Internetpräsenz hätte gestalten lassen, dann würde er dadurch heutzutage einen höheren Umsatz erzielen. Leider konnte er sich damals als junge Firma die Website im jetzigen Umfang nicht leisten. Schlussendlich meinte er, dass es Existenzgründer in dieser Hinsicht zum heutigen Zeitpunkt einfacher haben.

Seine Aussagen gingen mir nicht aus dem Kopf, also beschloss ich seine Thesen zu überprüfen. Mein Ergebnis war: seine Thesen ließen sich nicht bestätigen. Warum? Eine genaue Erklärung bekommen Sie, wenn Sie alle Artikel dieser Reihe gelesen haben.

Die Schlussfolgerung die Dauer einer Internetpräsenz würde automatisch zu mehr Umsatz führen ist so nicht akzeptabel. In keinem relevanten Wirtschaftsbereich ist die Existenzdauer einer Außendarstellung einer Firma Garant für steigende Umsatzzahlen. Dies ist gerade im Bezug auf das Internet wichtig.

Die zweite These, eine frühere Investition in eine Webpräsenz wäre höher gewesen, ähnelt dem Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Zwar scheinen einige Werkzeuge zur Erstellung einer einfachen Internetpräsenz heute wesentlich preisgünstiger zu sein, doch decken diese nicht die Erwartungen an eine moderne Internetpräsenz einschließlich Ihrer Bedeutung für Marketing und Vertrieb ab.

Eine Internetpräsenz mit Ihrer Bedeutung und ihrem Funktionsumfang muss den jeweils aktuellen Marktanforderungen und technischen Möglichkeiten entsprechen. Heutige Internetnutzer erwarten nicht nur eine starre, multimediale Visitenkarte, sondern darüber hinaus:

  • Aktualität
  • Interaktion
  • Attraktivität

Um ein perfektes Zusammenspiel zwischen Internetnutzern und ihren Erwartungen zu erzielen ist eine strategische Planung und professionelle Umsetzung unumgänglich.

Welche Strategien für Internetpräsenzen gibt es?
1. Information (Website). Die Heutzutage am meisten verbreitete Internetdarstellung ist eine Website; sie wird auch Homepage, Webpage oder Internetseite genannt. Ihre Ausrichtung führt ausschließlich in einer Richtung. Der Besucher wird auf der Website über Produkte, Neuheiten, etc. informiert.

Das oberste Ziel für den Anbieter einer Website ist es seine Kunden zu informieren. Jeder will wissen, was, wo und wie er etwas bekommt oder erzielt. Wenn dies das einzige Kriterium für eine Internetpräsenz ist, dann ist eine klassische Website für diesen Kundentyp das passende. Die klassische Website besteht aus einem Informationsfluss in nur einer Richtung. Der Kunde wird informiert, aber nur wenige Informationen laufen vom Kunden zurück zum Anbieter. Der Informationsfluss zum Anbieter beschränkt sich meist auf Kontaktdaten, die über ein Kontaktformular oder über den Versand einer E-Mail nicht hinausgehen. Ob diese Informationen zu weiteren Umsätzen führen, ist fraglich.

Einige Anbieter möchten nur Informationen liefern; für diesen Fall ist eine einfache Website ausreichend. Solch eine Website wird allerdings nicht zu einer Kundenbindung verhelfen und ist nicht für eine umsatzorientierte Strategie geeignet.

Zu beachten ist auch, dass eine Website davon lebt, gefunden und besucht zu werden. Suchmaschinen und Kunden tendieren dazu eine Website, die laufend aktualisiert wird, häufiger zu besuchen.

Diese Aktualität erreicht man am besten durch den Einsatz eines Content Management Systems, welches sich durch die vielen Vorteile auch für kleinere Unternehmen rentiert.

2. Interaktivität (Portal). Mit einem Portal erreicht man mehr Interaktivität als mit einer Website. Ziel eines Portals ist es, nicht nur zu informieren, sondern sich auch vom Kunden informieren zu lassen. Dies führt zu einer höheren Interaktivität zwischen Kunden und Unternehmen und hat eine erhöhte Kundenbindung als Folge. Die Kunden hinterlassen auf Portalen ihre Kontaktdaten, ihre Meinungen und Verbesserungsvorschläge.

Bei der Investitionskalkulation für die Erstellung eines Portals sollte man die Kosten für die Gewinnung von Kontaktdaten (auf herkömmlichem Weg) gegen die Schätzung der Anzahl zu erhaltender Kontaktdaten (über das Portal) stellen.

Ein Portal entwickelt einen bidirektionalen Informationsaustausch. Bei einem Portal muss eine Strategie folglicherweise so aufgebaut werden, dass der Kunde sich gut aufgehoben fühlt.

3. Transaktionen (e-Commerce). Anders als bei Weibsites und Portalen ist bei der Transaktion die direkte Umsatzgenerierung oder Umsatzsteigerung das Ziel. Hierbei werden nicht nur Informationen zu den Produkten angeboten und der Kontakt zu den Kunden hergestellt, es wird darüber hinaus angestrebt den Kunden zum direkten Kauf zu animieren. Eine Kombination von Portal und e-Commerce ermöglicht es Rückmeldungen des Kunden einzubinden.

Eine konsequente Maßnahme wäre die Einbindung eine Statistiksystems; man sollte analysieren können, von wo die Kunden kommen, wie viele „Klicks“ sie generiert haben und ähnliches mehr. In einem der folgenden Artikel Erfahren Sie mehr über mögliche Statistiksysteme und deren Einsatz Webmarketing ist für e-Commerce das A und O.

Zusammengefasst sind die Ziele einer transaktionsorientierten Strategie bzw. eines e-Commerce:

  • mehr Umsatz zu erzielen
  • neue Kunden zu akquirieren
  • Kundendaten zu erhalten
  • den Kunden an das Unternehmen zu binden

4. Inkorporation (Community). Inkorporation bedeutet in Bezug auf das Internet den Besucher bzw. Kunden in eine virtuelle Gemeinschaft einzubinden. Dies ermöglicht ihn selbst an der Gestaltung der Internetpräsenz teilzunehmen (Personalisierung). Diese Art der Strategie führt zu einer hohen Kundenbindung. Sie ist anderseits die komplexeste und umfangreichste Strategie von allen.

Eine Inkorporation wird dadurch bewerkstelligt, dass nur registrierte Besucher auf bestimmte Funktionalitäten zugreifen können. Der Funktionsumfang kann zum Teil in anderen Strategien kommerziell angeboten werden.

Beispiele für diese Art der Strategie sind Singlebörsen und Auktionshäuser. Der Trend entwickelt sich zu immer ausgefeilteren Communities in denen Anbieter gleichgesinnten Interessenten und Kunden eine gemeinsame Plattform bieten.

Der Einsatz einer Community bietet viele Vorteile im Bezug auf:

  • Kundenbindung
  • Umsatzgenerierung
  • Kundeninformation
  • Kundenbetreuung
  • Kontaktdaten Akquise

Andererseits erfordert eine Community ein Mindestmaß an Betreuung und Redaktion. Die Akzeptanz einer Community steht und fällt mit der Aktualität und Vielfalt.

Eine Community bringt auch Vorteile in der Außendarstellung des Unternehmens: Es zeigt sich innovativ, ist am Kunden interessiert und vermittelt dem Besucher den Eindruck von „Größe“.

Eine Community besteht aus mehrere Informations-Richtungen. Funktionen einer Community sind unter anderem:

  • Foren
  • Chaträume
  • Bewertungen von Produkten oder Profile
  • Nachrichtenversand innerhalb einer Community

Schlussbetrachtung Bei der Entscheidung für oder gegen welche Strategie man verfolgen möchte sollten folgende Aspekte gleichrangig betrachtet werden:

  • Kapitaleinsatz
  • Umsatzpotential
  • Kundenbindung
  • Informationsvermittlung
  • Informationsgewinnung
  • Aktualität des Außenauftrittes
  • Imagebildung
  • Wachstumspotential

Entscheidend ist, dass alle Strategien miteinander kompatibel bleiben, um sie in Zukunft bei Bedarf kombinieren zu können. Dies ist aber nur möglich bzw. wirtschaftlich, wenn schon am Anfang eine Option für Erweiterungen und Änderungen offen gehalten wird.

Sebastian Kielmann • THS Systems

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