Tequila – Eine Qualitätsspirituose im Aufwind


Tequila, lange Zeit berüchtigt als "mexikanisches Feuerwasser", das nur zu genießen ist, indem man die Geschmackssinne mit ausreichend Salz und Zitrone betäubt, rückt seit einiger Zeit endlich auch in den Fokus Deutscher Feinschmecker.

Völlig zu Recht möchte man sagen, denn die hochwertigen und mit viel handwerklicher Liebe zum Produkt hergestellten Köstlichkeiten, wie sie zum Beispiel aus der Destillerie von Patron Tequila kommen, müssen sich hinter keiner der klassischen Spitzen-Spirituosen wie Cognac oder schottischem Single Malt Whisky verstecken. Der Tequila darf nach mexikanischer Gesetzgebung nur in einem fest umrissenen Anbaugebiet im Bundesstaat Jalisco angebaut werden, ähnlich wie es beispielsweise auch beim französischen Cognac und Champagner geregelt ist.

Dort wachsen die sogenannten "blaue Weber Agaven", das Ausgangsprodukt für die Tequila-Herstellung. Im Alter von 8-10 Jahren erreichen die stacheligen Pflanzen die Geschlechtsreife, und sind damit gleichzeitig erntereif. Die Pflanze wird an den Wurzeln abgetrennt, und der Fruchtkörper, der zwischen 10 und ca. 50 Kilo wiegen kann, wird in grobe Stücke zerteilt. Diese werden anschließend in Öfen ausgebacken, um die enthaltene Stärke in Zucker umzusetzen. Die gebackenen Agavestücke werden gemahlen und ausgepresst, um das sogenannte "Augamiel", den süßen Saft der Agave, zu gewinnen. Dieser Saft wird vergoren, und die Maische anschließend auf einen Alkoholgehalt von ca. 55% destilliert. Der beste Tequila darf dabei ausschließlich aus dem puren Aguamiel gewonnen werden, bei den einfacheren "Mixtos" wird noch bis zu 50% Fremdzucker, meist Rohrzucker, zugesetzt.

Nach der Destillation ist eine Fasslagerung möglich, allerdings gibt es auch (anders als beim Whisky oder Cognac) sehr hochwertige Produkte, die nach nur wenigen Wochen Lagerung abgefüllt werden, und sich durch einen sehr frischen, fruchtigen Geschmack auszeichnen. Wird der Tequila zwischen zwei und zwölf Monaten im Fass gelagert, spricht man von einem "Reposado", dauert die Lagerung länger, handelt es sich um einen "Anejo". Ein Fassausbau länger als drei Jahre ist eher unüblich, es besteht die Gefahr, dass die schweren Eichenaromen aus dem Fass das fruchtige des Tequila zu stark überdecken.

Carsten Werner
carsten.werner [ at ] gmx-topmail [ dot ] de

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