Was ist Eiswein?
Der erste Eiswein entstand in Deutschland im Jahre 1829 aus einer Notlage heraus.
Das Jahr 1829 war kein gutes Weinjahr, da eine frühe Frostperiode die Trauben am Weinstock erfrieren ließ. Die Winzer der Gemeinde Bingen-Dromersheim hielten es daher nicht für sinnvoll, diese qualitativ schlechten Trauben überhaupt zu ernten und zu Weißwein weiter zu verarbeiten. Als dann einige Winzer mitten im Winter die Trauben pflückten um sie ans Vieh zu verfüttern, machten sie eine erstaunliche Beobachtung. Die durch den Frost bereits verschrumpelten Trauben ergaben zwar nur sehr wenig Saft, aber dieser war außergewöhnlich süß mit überaus hohen Öchsle-Graden. Also wurde die ganze gefrorene Traubenernte weiterverarbeitet, woraus dann der „Eiswein“ entstand.
Zu diesem Zeitpunkt haben es sich die Winzer wahrlich nicht träumen lassen, dass der Weinhandel Bingen durch den Eiswein einmal eine große Bereichung erfahren würde. Da eine große Nachfrage nach diesem Eiswein entstand, haben sich einige Winzer darauf spezialisiert, Eiswein herzustellen.
Eiswein wird meistens aus weißen Trauben gewonnen und gehört mit in die Kategorie der Süßweine. Bei der natürlichen Süßweinherstellung ist eine Wasserreduktion, also eine Konzentration des Fruchtsaftes, erforderlich. Der Zeitpunkt der Ernte ist maßgebend für die gewünschte Konzentration. Wartet man einfach etwas länger mit der Ernte wird daraus ein Wein der Kategorie „Spätlese“. Werden dann noch besonders reife Beeren einzeln von Hand gepflückt, spricht man von einer „Auslese“. Wird eine besonders hohe Konzentration, also Wasserreduktion, gewünscht, wird mit der Ernte gewartet, bis die Weinbeeren fast zu Rosinen eingetrocknet sind. Dann erhält man eine „Trockenbeerenauslese“.
Die für den Eiswein erforderliche Konzentration wird dadurch erreicht, dass man die Trauben so lange am Weinstock lässt, bis sie durchgefroren sind. Als durchgefroren gelten sie, wenn sie Frost von mindestens -7 Grad abbekommen haben. Für den Winzer wünschenswert ist eine möglichst frühe und strenge Frostperiode, am besten schon im November. Dann findet die Weinlese unter recht schwierigen Bedingungen statt: es ist kalt und dunkel. Zudem wird meistens in den ganz frühen Morgenstunden gearbeitet, weil dann die Temperaturen am niedrigsten sind.
Falls sich der Frosteinbruch bis in den Januar hinausziehen sollte oder nicht die erforderlichen Minus-Temperaturen bringt, kann es sein, das die Trauben am Rebstock nicht gefrieren sondern einfach nur faulen und nicht mehr verwertbar sind.
Barbara Adams
barbara.adams [ at ] sommer-co [ dot ] com
