Kindertagesbetreuung
In früherer Zeit sprach man häufig von Kleinkinderbewahranstalten; mit ihnen hat moderne Kindertagesbetreuung absolut nichts mehr gemein. Heute werden Schwerpunkte auf die Förderung der Kinder und auf die Qualität von Erziehungsmodellen gelegt. Es sind unsere europäischen Nachbarn gewesen, die uns bei der der PISA-Studie aufschrecken ließen. Der Blick ins Ausland zeigte uns, dass das Betreuungsangebot für Kinder hierzulande zahlenmäßig gering ist. Er zeigte uns auch, dass wir verstärkt auf Bildung und Erziehung für echte Chancengleichheit achten sollten und dass auf die Lernaufnahmefähigkeit der Kleinen sinnvoller eingegangen werden muss. Es gibt viel zu tun!
Steigender Bedarf an Kindertagesbetreuung Im Tagesbetreuungsausbau-
gesetz (TAG) der Großen Koalition wurde ein breiter Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren beschlossen. Ein wichtiger Schritt, damit Unternehmen auf der einen Seite nicht langfristig auf die fachliche Kompetenz gut ausgebildeter Mütter verzichten müssen und damit die Gleichstellung der Frau im Berufsleben ermöglicht wird. Andererseits wurde hiermit auch denjenigen Müttern Gutes getan, die vielleicht als Alleinerziehende berufstätig sind oder mit ihrem Einkommen wesentlich zur Unterhaltssicherung der Familie beitragen. Babysitter machen oftmals gute Jobs, dennoch sollte deren Tätigkeit durch Einrichtungen für die Kindertagesbetreuung ergänzt werden, um ein Komplettangebot zu schaffen. Vor allem sollen natürlich die Kleinen von derartigen Einrichtungen profitieren! Gerade die Erfahrung, dass Kinder früh andere Kinder zum Spielen benötigen, auch um den Umgang mit Konflikten zu lernen, macht Betreuungsstätten erforderlich.
Die besondere Lern- und Aufnahmefähigkeit in jungem Alter sollte beim pädagogischen Konzept berücksichtigt werden. Gute Kindertagesbetreuung vermittelt bereits den Kleinen Fremdsprachen in Bildern, ermöglicht ihnen musikalische Früherziehung, oftmals das Erlernen des Lesens und des Rechnens: Wird all das kindgerecht bereits in der Betreuung von Kleinkindern vermittelt, werden die Lerninhalte spielerisch und leicht, oft begierig aufgenommen. Nur einige Jahre später muss sich mancher Pubertierende, dem dieses Angebot nicht zuteil wurde, in den Unterstufen mühsam plagen, um die gleichen Lerninhalte zu verinnerlichen.
Andreas Reer
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