Muttertag
Die Frauenrechtlerin Julia W. Howe war es, die sich im Jahre 1872 im Amerika öffentlich für einen Feiertag für Mütter einsetzte. Wieder aufgegriffen wurde deren Forderung erst im Jahre 1907 von einer gewissen Anna Jarvis zum Todestag ihrer Mutter. Mit großer Beharrlichkeit verfolgte sie diese Idee und war schließlich 1914 am Ziel: Präsident Wilson erklärte den 2. Sonntag im Mai zum nationalen Ehrentag der Mütter. Erst 1923 fand der Muttertag auch den Weg nach Deutschland, wo er 1933 von den Nationalsozialisten als Staatsfeiertag eingesetzt und für ihre Zwecke missbraucht wurde. Erst mit Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 wurde daraus wieder ein reines Familienfest.
Heute können wir uns kaum vorstellen, diesen Tag nicht zu begehen: Was wäre denn, wenn wir unsere Mütter nicht hätten? Dass dieser Ehrentag für Mütter vergessen wird, kommt speziell in Familien mit kleinen Kindern nur sehr selten vor. Sind die Kinder flügge und ausgeflogen, vielleicht sogar beruflich in anderen Ländern unterwegs, warten Mütter oft sehnsüchtig auf ein paar Zeilen aus der Ferne, und sind dann zu tiefst betrübt, wenn die ersehnte Karte oder der Anruf „nicht mal zum Muttertag“ kommt. Mütter, die eines Ihrer Kinder durch widrige Umstände verloren haben, leiden an diesem Tag besonders.
Wir sollten uns deshalb freuen, wenn wir unseren Müttern speziell an ihrem Festtag eine Freude bereiten können, wobei dies natürlich nicht auf den Muttertag beschränkt bleiben muss. Im täglichen Miteinander genügt oft ein wenig Unterstützung im Haushalt, ein nettes Wort oder einfach ein Lächeln zur rechten Zeit, um die Mutter glücklich zu machen.
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Georg Wittmann
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