Schausteller – Dienstleister für Volksfeste
und Veranstaltungen
Auf Volksfesten, Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen findet man Fahrgeschäfte, Imbiss und Ausschank, Schieß- und Ausspielungsgeschäfte sowie Verkaufsgeschäfte und Belustigungsgeschäfte. Sie werden von jenen Gewerbetreibenden betrieben, die damit einer Reisegewerbetätigkeit nachgehen und wechselnde Orte beschicken. Laut Gewerbeordnung nennt man diese Personen Schausteller.
Die Saison dauert für die Schausteller etwa 120 Tage jährlich. An diesen Tagen muss der erforderliche Umsatz getätigt werden. Hinzu kommen Rüsttage für Auf- und Abbau der Geschäfte sowie Transportzeiten. Die meisten Schaustellerbetriebe beschicken während der vom Frühjahr bis Weihnachten dauernden Saison etwa 18 Veranstaltungen, wobei die Weihnachtsmärkte als Zubrot helfen, die Winterpause finanziell zu überbrücken.
Um die 5000 Kilometer muss ein Schausteller während der Saison mit den Geschäften zurücklegen, um die unterschiedlichen Veranstaltungsorte zu erreichen. Ein Bahntransport ist dabei aus Kostengründen nur für große Fahrgeschäfte mit Containerverladung eine Alternative. Hinzu kommt, dass viele Verladestationen geschlossen und Teilstrecken stillgelegt wurden.
Neben der Sorge um geeignete Standorte, um die man sich stets neu bewerben muss, kommen Probleme wirtschaftlicher Art. Die meisten im Schaustellergewerbe tätigen Unternehmen sind Familienbetriebe, die alle in der Saison anfallenden Arbeiten oft nur durch zusätzliche Arbeitskräfte bewältigen können. Und neben den Kosten für Transport und Personal entstehen auch solche für Standgebühren, Genehmigung, Anschluss und Verbrauch. Weitere in die Kalkulation einfließende Kosten sind die für Anschaffung und Wartung der Fahrzeuge und Geschäftsaustattung.
Es ist nicht verwunderlich, dass aufgrund der vorgenannten Schwierigkeiten so mancher Schausteller aufgibt, da außerdem die Altersabsicherung häufig unzureichend ist und das Familienunternehmen immer seltener von den Kindern weitergeführt wird. Diese scheuen den harten Wettbewerb und die ständige unsichere finanzielle Lage.
Heinz Wiedow
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