Die untreue Mätresse – die untreue Königin
Selten sind königliche Mätressen dem Herrscher untreu geworden. Es kam eher vor, dass Mätressen Liebestränke mixten, um den König bei Laune zu halten. So hatte die Marquise de Montespan lange Zeit bei einer stadtbekannten Pariser Alchemistin Liebestränke für Ludwig XIV. herstellen lassen. Der König fand dies heraus, konnte die Mätresse aber nicht bestrafen, da er in diesem Fall eine schlechte Figur gemacht hätte. Hätte der König seiner Mätresse ein Aphrodisiakum verabreicht, wäre wohl nichts passiert.
Was den Männern erlaubt war, konnten sich die Frauen in einer Beziehung Herrscher – Mätresse keinesfalls leisten.
In der Moskauer Ausländervorstadt, der "Nemezkaja Sloboda", lernte Peter der Große (1672-1725) 1790 seine Favoritin Anna Margarethe Mons kennen, die Tochter eines deutschen Weinhändlers. Als er 1703 erfuhr, dass seine Geliebte Anna Mons mit dem preußischen Gesandten Keyserling geschlafen hatte, ließ er sie zusammen mit 30 Freundinnen ins Gefängnis werfen.
Als Peter der Große allerdings herausfand, dass seine Frau Katharina eine Affäre mit dem Kammerherrn Willem Mons, dem Bruder von Anna Mons, hatte, ließ er ihn vierteilen und seinen Kopf - in Alkohol präpariert - in seiner Kunstkammer aufstellen.
Bis auf den König musste also jeder in der Umgebung des Königs die Treue halten – nur vom König selbst wurde es förmlich erwartet, dass er sich alle Freiheiten nahm.
Stadtrundgang und Stadtrundfahrt in Dresden
Michael Brey
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