Entwicklung von UMTS
Im Jahr 2000 gingen die Lizenzen für die Nutzung der UMTS Frequenzen für satte 100 Milliarden Deutsche Mark über den Auktionstisch. Wie sich zeigte hatte zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Auktionsteilnehmer eine genaue Vorstellung der Strategien, die für eine erfolgreiche Öffnung und Besetzung des UMTS Marktes in Deutschland nötig sein würden.
Heute, fast sieben Jahre später, ist UMTS längst Realität geworden. Es gibt Anwendungen und Services für Handys, mit denen der Mobiltelefonierer von heute unterwegs fernsehen, seine Bankgeschäfte erledigen, oder mit Freunden oder Kollegen Videotelefonie betreiben kann. Die großen Netzbetreiber haben zudem Programme für die Vermarktung ihrer Mobile Internet Produkt aufgesetzt. Bei T-Mobile heißt das Ganze Web'n'Walk, der Hauptkonkurrent nennt seinen Pendant Vodafone Mobile Connect.
Wohin die Reise mit dem mobilen Internet und den schönen neuen UMTS Diensten in Deutschland gehen soll bleibt indes weitgehend unklar.
Nach der Markteinführung von UMTS war zunächst T-Mobile mit weiteren Großinvestitionen in UMTS Infrastruktur zurückhaltend. Vodafone hingegen übernahm bei der Positionierung im UMTS Bereich die Führungsrolle und schritt mutig in Richtung Mobiles Internet voran. Als schließlich T-Mobile eine eigene integrierte Strategie vorstellte war Vodafone längst der Marktführer in Sachen mobiles Internet geworden. Attraktiv waren zu dem Zeitpunkt die Angebote trotzdem meist nur für Geschäftskunden, die die happigen Tarife mit Produktivitätsgewinn von unterwegs gegenrechnen konnten.
T-Mobile spricht heute vor allem Privatkunden an, bekannte sich aber nicht ausschließlich zur UMTS Zukunft, im Gegenteil: man baute jüngst sogar das uralte GSM Netz mittels EDGE soweit aus, dass es dem teuren neuen UMTS Netz noch auf fünf bis zehn Jahr mächtig Konkurrenz machen wird.
Vodafone dagegen scheint mit der Dynamik des Marktes inzwischen etwas überfordert. Im Vertrauen auf die eigene Stärke hat man es versäumt, auf die neuen Produkte der Konkurrenz mit eigenen attraktiven Produkten und Tarifen zu reagieren. Nach wie vor ist das Angebot bei Vodafone solide, aber die Attraktivität des einstigen Marktführers scheint zu schwinden. Auch machen dem Konzern Wettbewerber im eigenen Netz zu schaffen.
Immerhin haben es diese als erste geschafft, mit UMTS Angeboten dem Festnetz sowohl im Preis wie auch in der Leistung ernstzunehmende Konkurrenz machen zu können.
Petr Nemec
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