Klingeltöne als Schuldenfalle für Jugendliche
Klingeltöne sind heutzutage allgegenwärtig. Es scheint fast kein Entkommen mehr zu geben. Ob Fernsehwerbung oder Popups im Internet - die Werbung für ein Klingelton Abo sind scheinbar überall. Wer sich längere Zeit das Programm der Musiksender anschaut, bekommt im Abstand von mindestens 15 Minuten, aneinander gereihte, sich ständig wiederholende Werbeblocks von Klingeltonherstellern ins Gedächtnis gerufen.
Mit Ohrwürmern und kleinen süßen Comicfiguren ist die Zielgruppe der Jugendlichen schnell in den Bann gezogen. Sogar ganze Lieder werden mit den Maskottchen für die Werbung produziert und gelangen auf Top Positionen in den Musikcharts. Die Klingeltoncharts geben den Interessente die Auswahl, aus aktuellen Angeboten, Klingeltöne fürs Handy zu kaufen.
Mit aktuellen Hits will sich demnach jeder Jugendliche den Sound direkt auf das eigene Mobiltelefon holen. Der Neidfaktor in der Clique ist dadurch angeblich garantiert. Nicht nur bei Anruf kommt der Handybesitzer in den Genuss des Liedes, sonder auch der Anrufende hat die Möglichkeit die coole Musik, anstelle des langweiligen Klingelns, auf dem Handy zu hören. Wo vor wenigen Jahren nur ein monotones Klingelgeräusch beim Anruf ertönte, dröhnt heute der so genannte "Realtone" aus den immer moderneren Handys. Mit der Internetfunktion im Handy ist der gewünscht Klingelton ganz einfach und schnell zu bestellen.
Das Kleingedruckte, wird von den meist Jugendlichen Nutzern jedoch nicht gelesen. Denn mit jedem Kauf eines Tones, verpflichtet man sich laut Kleingedrucktem, automatisch zu einem Abo. Dieses kann nur nach Ende der Laufzeit oder durch eine erneute, kostenpflichtige SMS gekündigt werden. Viele Teenager rutschen demnach unbewusst, früher oder später in eine Schuldenfalle. Jeden Tag gibt es neue Lieder und SMS Sprüche im Angebot. Sogar Logos, die als Hintergrundbild oder als Screensaver benutzt werden können. Mit nicht gerade fairen Preisen, lassen sich viele Jungs und Mädchen aber auf den Vertrag mit den Anbietern ein.
Eltern sollten aufgrund dieser Tatsachen genau darauf achten, auf was sich Ihre Liebsten im Jugendlichen Leichtsinn einlassen. Mit Prepaid-Karten oder Handys ohne Internetzugang lassen sich größere Miseren verhindern. Denn einmal in die Schuldenfalle geraten, sind es meist die Eltern, die für Ihre Kinder bezahlen müssen.
Melina Bienefeld
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