Country Music in Deutschland
Country Music führte in Deutschland lange Zeit ein Schattendasein und wurde als Cowboy - oder Schlagermusik abqualifiziert. Mit Country Music verband man nur die Zeile „Ich möchte’ so gern Dave Dudley hör’n“ aus dem gleichnamigen Truckstop Song – einfach weil man nichts anderes kannte. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Künstler wie Shania Twain haben ihre Wurzeln in der Country Music, amerikanische Country Songs werden gerne gecovert. Der Titel „If Tomorrow Never Comes“ entstammt zum Beispiel der Feder des amerikanischen Country Stars Garth Brooks. Und spätestens seit „Texas Lightning“ ist Country Music endgültig salonfähig geworden in Deutschland.
Beim Ostsee-Festival in Kiel wird seit Jahren die Beobachtung gemacht, daß ein Großteil der Besucher sich nicht als Country Fan bezeichnen würde. Es sind eher Liebhaber guter, facettenreicher Live-Musik, die eher zufällig zum Ostsee-Festival gekommen sind und erstaunt waren über die Vielseitigkeit dieser Musikrichtung, die das Schlager & Cowboy-Image weit hinter sich läßt.
Angefangen hat es 1984 mit traditionellen Truckersongs von Dave Dudley und setzte sich fort mit Stars wie Wanda Jackson und Billy Walker, die in Schönberg und später Kiel ihre Visitenkarte abgaben. Scottish & Irish Folk gehört ebenso dazu wie Bluegrass, Cajun oder moderne amerikanische Country Music. Mir fällt spontan keine andere Musikrichtung ein, die so viele Ausprägungen hat.
Die Vielfalt der Stilrichtungen ist auch bei der 19.Ausgabe des Ostsee-Festivals am 11.August 2007 vertreten. Der kanadische Newcomer George Canyon konnte in Amerika schon eine Reihe von Chart-Platzierungen und Awards für sich verbuchen. In Europa ist er noch nicht so bekannt, aber das wird sich nach seinem Auftritt in Kiel sicher ändern.
Ebenfalls wieder dabei ist Bill Conlon mit seiner Band Emerald, die seit Jahren zu den erfolgreichsten Country-Interpreten der britischen Insel zählen. Bill Conlon spielt traditionelle Country Music im Stil von Buck Owens, gepaart mit irischen Einflüssen. Cajun Music aus der Schweiz wird geboten von der Band „Mark & The Boiled Crawfish“. Die Band hat langjährige Live-Erfahrung und wird inspiriert von Cajun- und Zydeco-Songs aus dem Süden der USA. Komplettiert wird das Programm von der jungen Dänin Wenche Hartmann, die mit ihrer Band traditionelle Country Hits interpretiert.
Auch 2007 wird die Country Music durch das Ostsee-Festival wieder neue Anhänger gewinnen, die bisher nichts von ihrer Leidenschaft wußten – einfach weil sie keine Ahnung hatten, wie vielseitig diese Musik sein kann.
Sören Köhl
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