Edgar Wallace


Edgar Wallace ist heute weltweit für seine Arbeit als Regisseur, Journalist und Drehbuchautor bekannt. Berühmt wurde er allerdings durch sein umfassendes literarisches Vermächtnis.

Wallace wurde 1875 in London geboren, gleich nach seiner Geburt wurde er jedoch adoptiert und wuchs in eher schlechten Verhältnissen bei einem Fischhändler auf. Trotz einer fehlenden abgeschlossenen Schulausbildung bildete sich schon früh sein Talent zu schreiben aus. Im Alter von 17 Jahren bekam er die Chance als Journalist und Sonderberichterstatter für eine der damals führenden Londoner Tageszeitungen zu arbeiten.

1905 erschien sein erster Kriminalroman („Die vier Gerechten“), der auf reges Interesse bei der Leserschaft stieß und auch von den Kritikern sehr gut aufgenommen wurde. Den Durchbruch erlangte er allerdings erst sechs Jahre später, mit seinem ersten Afrika Roman („Sanders vom Strom“), die jedoch heute aufgrund, der damals typischen, Ansichten über Nichtengländer, nicht mehr neu aufgelegt werden.

Mit zunehmenden (finanziellen) Erfolg fing auch sein Abstieg an. Aufgrund seiner Spielsucht brauchte Wallace große Mengen Geld um sich finanzieren zu können. Der dadurch entstandene riesige Erfolgsdruck führte zu starkem Übergewicht und Diabetes.

Am 10 Februar 1932 verstarb der Autor schließlich an einer unbehandelten Lungenetzündung. In den 27 Jahren seines literarischen Schaffens schrieb er die unglaubliche Menge von 175 Romanen, 24 Theaterstücken, einem dutzend Sachbüchern, sowie eine große Menge an Aufsätzen und Kurzgeschichten.

Auch sein Nachwirken war und ist groß. Insbesondere in den 50er und 60er Jahren wurden eine Menge Wallace Romane in Deutschland verfilmt (ein besonderes Markenzeichen von ihnen sind die Rollen von Klaus Kinski). Seit 1999 wird auch der Edgar Wallace Preis verliehen.

Zunehmend werden seine Werke allerdings auch kontrovers diskutiert. Wallace wird postum oft vorgeworfen, dass seine Werke politisch vollkommen unkritisch seien und die typische Rollenverteilung von Mann und Frau fördern würden. Insbesondere aufgrund seiner naiven Ansichten in Bezug auf Polizeiwesen und Politik, wurden Edgar Wallace Romane auch stark in der DDR vertreiben.

Hanno Mühlbrandt
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