Martha Argerich


Doch trotz ihrer enormen Erfolge stürzte sie mit etwa 21 Jahren in eine schwere Krise. In den Jahren zuvor genoss sie zwar noch Klavierunterricht bei so namhaften Pianisten und Klavierlehrer wie Friedrich Gulda, Madeleine Lipatti und Arturo Benedetti Michelangeli, doch von Depressionen geplagt spielte sie mit dem Gedanken, die pianistische Karriere zu beenden und Sekretärin zu werden. Nicht zuletzt durch die Hilfe des Pianisten Stefan Askenase gelang ihr jedoch nach jahrelanger Konzertpause ein fulminantes Comeback.

Bis heute ist Martha Argerich auch sehr engagiert in der Förderung von jungen Nachwuchstalenten auf dem Klavier. Sie war lange Zeit Mitglied in der Jury des Chopin-Wettbewerbs, initiierte 1999 erstmals den „Internationalen Martha Argerich Wettbewerb“ und hält Meisterklassen an Hochschulen und bei Festivals. Bei dem in der Schweiz stattfindenden „Martha Argerich Festival Lugano“ musiziert sie mit alten Freunden und jungen Künstlern und bietet so dem Nachwuchs eine Plattform, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Zudem ist sie Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, u. a. des „CD Compact Awards“ 1997, des Grammies für die beste Instrumentalleistung mit Orchester (1999) und des renommierten „Praemium Imperiale“ (2005), der als der Nobelpreis der Künste gilt und sich als Ergänzung zum Literaturnobelpreis versteht.

Erwähnenswert ist auch ihre Zusammenarbeit mit dem Pianisten, Dirigenten und Komponisten Mikhail Pletnev, mit dem sie 2002 Prokofieffs „Cinderella Suite“ und Ravels „Ma Mère l'Oye“ aufnahm. Dieser hatte die Werke in einer hochgelobten Transkription für zwei Klaviere umarrangiert. Für diese Aufnahme bekamen sie unter anderem den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Martha Argerich ist Mutter von drei Töchtern und lebt eher zurückgezogen in Brüssel.

Andreas Reer
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