Wie lernt man Geige spielen?


Ein bisschen Durchhaltevermögen ist schon vonnöten, um irgendwann einmal vielleicht wirklich gut auf der Geige zu spielen. Die richtige Spieltechnik ist gerade bei diesem Instrument besonders wichtig; sie dient als Basis und eine Basis sollte solide sein.

Ein gutes Körpergefühl gehört ebenso zur Technik wie etwa das korrekte Führen des Bogens. Gute Geigenlehrerinnen und -lehrer gestalten allerdings auch den etwas schwierigen Einstieg ins Geigespiel so, dass der Geigenunterricht Spaß macht, motiviert, weiter zu üben und stetig besser zu werden. Einst war Leopold Mozarts „Versuch einer gründlichen Violinschule“ Standardwerk für viele Violinschüler. Seither hat sich der Musikunterricht immer wieder gewandelt, geht heute individueller auf den jeweiligen Schüler, die jeweilige Schülerin ein: Das Lerntempo passt sich den Fortschritten des werdenden Musikers an. Manch Geigenstunde integriert auch Atemübungen.

Neben Einzelunterricht ist Gruppenunterricht möglich, etwa mit drei Schülerinnen und Schülern, die passend zueinander ausgesucht wurden. Klassische Musikwerke bleiben wesentlicher Bestandteil des Unterrichts; ihr einziger sind sie längst nicht mehr: Neben der Klassik wird oftmals auch Popmusik eingeübt, und mitunter kann unter Anleitung frei improvisiert werden. Die Geige wird zum Ausdruck eigener Gefühle und Stimmungen, mutiert zu deren Stimme. Ein wichtiges Element modernen Musikunterrichts, auch des Einzelunterrichts, ist das zeitweise gemeinsame Spielen mit anderen Musikern. Nur auf diese Weise lernt man, auf die jeweils anderen zu hören, sich musikalisch einzufügen in ein perfektes Zusammenspiel. Eine ganz spezielle Art des Violinenunterrichts ist die so genannte Suzuki-Methode, die ihren Namen vom 1998 verstorbenen Musikpädagogen Shinichi Suzuki bekam. Mit ihr beginnen bereits Kinder von zwei bis drei Jahren ihre ersten Übungen auf der Violine, wobei Nachahmung und Praxis wichtige Elemente sind.

Viele Musikpädagogen behaupten, wer es zum Virtuosen auf der Violine bringen möchte, muss seinen Unterricht bereits mit drei bis sechs Jahren beginnen. Was keinesfalls bedeutet, dass Geigenstunden für Erwachsene keinen Wert mehr hätten; nicht jeder möchte es bis zum Virtuosen bringen. Und wer weiß: Vielleicht starten Sie ja mit 30 Jahren Ihren ersten Geigenunterricht und beweisen, dass man niemals zu alt ist, um wirklich gut zu werden. Zeigen Sie, dass Sie die Geige lieben, dann werden Lehrer ebenso ihre Jobs mit Ihnen lieben; sie werden Sie fördern und spüren, dass auch Sie die Faszination an diesem Instrument ergriffen hat.

Andreas Reer
s_reer [ at ] arcor [ dot ] de

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