Darmkrebsvorsorge senkt Todesrate
Dickdarmkrebs ist in der westlichen Welt nach dem Lungenkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung. Der Dünndarm ist sehr viel seltener befallen. Das Vorkommen des Darmkrebses hat sich von 1960 bis 1980 verdoppelt. Der Tumor entsteht aus den Zellen der Darmschleimhaut über die Bildung von Polypen, die als eine Vorstufe zum Krebswachstum betrachtet werden. Unterschieden wird zwischen Tumoren des Enddarms und des Dickdarms.
Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit der Erkrankung an. Bei entzündlichen Darmerkrankungen und familiären Vorbelastungen wächst das Risiko zusätzlich. Die Krankheit wird durch von außen zugeführte (exogene) und durch körpereigene (endogene) Ursachen beeinflusst. Durch eine konzentrierte Darmkrebs-Früherkennung ließe sich die Zahl der Darmkrebstoten rigoros reduzieren. Dafür müssten jedoch mehr Menschen an einer Vorsorge teilnehmen. Darmkrebstestverfahren, wie die Darmspiegelung, die durch Belastung des Patienten eine Hürde darstellen, sollten erst nach einem Test in Frage kommen, der einfach und sicher durchzuführen ist. Wie zum Beispiel ein Stuhltest, bei dem nach einem tumorspezifischen Enzym gefahndet wird. Er ist einfach zu handhaben und relativ sicher, da bei der Karzinomstoffwechselaktivität immer dieses Enzym zu finden ist.
Dass Früherkennung Not tat erkannte auch die Politik. Dr. Hermann Otto Solms setzt sich persönlich für Früherkennungsmaßnahmen im Kampf gegen den Darmkrebs ein. Das Hauptziel ist die Aufklärung der betroffenen Bevölkerungsgruppe ab dem 50. Lebensjahr. Würde sich ein groß Teil dieser Menschen einer Darmkrebsvorsorge unterziehen, könnte die Mortalitätsrate mit Sicherheit gesenkt werden.
Die Krankenkassen zahlen zwar ab dem 60. eine Darmspiegelung und ab dem 50. Lebensjahr eine Stuhluntersuchung auf okkultes (verstecktes) Blut, da aber die Vorsorgeuntersuchungen nicht im gewünschten Maße genutzt werden, forscht die Wissenschaft schon lange an der Entwicklung eines Tests, der größtmögliche Sicherheit hinsichtlich seiner Aussagekraft bietet und einfach anzuwenden ist.
Jens Kleinholz
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