Heilpraktiker für Psychotherapie Ausbildung
zum Umgang mit Depressionen
Etwa jeder 5 Mensch in der Bevölkerung bekommt in seinem Leben eine Depression. Diese äußert sich dann u.a. in Konzentrationsstörungen, starker Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Verzweiflung, Antriebshemmung, Schlafstörungen und Lustlosigkeit. Eine große Gefahr bei Depressionen ist dabei die Selbstmordgefahr. Bis zu 80 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen haben in der Erkrankung Selbstmordgedanken.
Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen wie Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten Depressionen und andere psychische Störungen, wie Angststörungen oder Schlafstörungen diagnostizieren und behandeln, solange die Störung keine organische Ursache hat oder besser medizinisch zu behandeln ist.
Für einen Heilpraktiker für Psychotherapie ist, wie für anderen Therapeuten auch, ein umsichtiges Handeln bei Depressiven wichtig. Denn diese haben einen besonders hohen Leidensdrucks und hohe Suizidgefährdung. Oft sollte sich dabei mit dem behandelnden Arzt des Patienten abgesprochen werden, falls er Antidepressiva benötigt, die dann der Arzt verordnet.
In einer Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie erlangen die Heilpraktiker das Wissen, das notwendig ist, um eine Depression zu erkennen und zu behandeln. Meist verfügen die Teilnehmer noch über weitere Kenntnisse in Psychotherapieverfahren. Die Psychotherapie einer Depression verläuft in der kognitiven Verhaltenstherapie in Phasen: Nach dem Aufbau einer tragfähigen Arbeitsbeziehung, geht es als erstes um das Reduzieren von Belastungen und das Aufbauen von positiven Aktivitäten, wie Spazieren gehen oder Entspannen. Wenn die Klienten starken beruflichen und privaten Belastungen ausgesetzt sind, ist es notwendig, Anforderungen zu verringern, damit sich die Erschöpfung reduziert. Depressive Klienten ziehen sich oft bei Erschöpfung zurück und gehen keinen Hobbies mehr nach, dadurch haben sie auch weniger positive Erlebnisse. Das verschlechtert weiter die Stimmung und die Klienten geraten in einen Teufelskreis. Damit sie da wieder herauszukommen, ist es wichtig, wieder angenehme Aktivitäten zu unternehmen. Der Heilpraktiker für Psychotherapie sollte mit ihnen explorieren, was sie früher gern gemacht haben und welche Art von Aktivität der Klient momentan tun kann. Meist verbessert sich die Stimmung noch nicht, darauf sollte man den Klienten vorbereiten. Aber mit der Zeit kommt die Stimmung und das (alte) Interesse wieder zurück.
Nach der Stimmungsverbesserung durch die Reduktion von Belastungen und dem Aufbau von positiven Aktivitäten sowie eventuell der Unterstützung durch Antidepressiva, kann der Heilpraktiker für Psychotherapie mit dem Klienten dessen (oft negativen) grundlegenden Überzeugungen verändern. Meist sind diese absolutistisch, wie z.B. „Ich muss immer der Beste sein!“ oder „Keiner darf böse auf mich sein!“. Wenn solche Überzeugungen nicht verändert werden, ist das Rückfallrisiko relativ hoch, weil die Klienten dann oft in denselben Kreislauf Selbstzweifeln und Überforderung geraten.
Dipl.-Psych. Norman Ehlert
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