Kunststoff, Amalgam oder Gold?
Immer mehr Patienten wünschen sich Zahnfüllungen aus Kunststoff an Stelle der sonst üblichen metallischen Füllungen aus Gold oder Amalgam.
Zahnfüllungen aus Kunststoff werden immer beliebter. Gründe hierfür sind offensichtlich: Eine gute Kunststofffüllung passt sich der Zahnfarbe so gut an, dass sie nicht als Füllung zu erkennen ist – es scheint, als hätte man makellose Zähne.
Kompositkunststoff wird schon seit über 40 Jahren als nichtmetallische Füllungsalternative in der Zahnmedizin verwendet. Vor allem im Bereich der vorderen Zähne erfreute sich Kunststoff seitdem größter Beliebtheit. Da das Material aber in den Anfangsjahren aber noch Probleme machte, und Kunststoff-Füllungen den Ruf hatten, weniger lang zu halten und weniger robust zu sein als die klassischen Füllungen, wurden sie im schlecht einsehbaren Seitenbereich so gut wie nie eingesetzt.
Wie funktioniert die Kunststoff-Füllung?
Während klassische Füllungen aus Gold oder Amalgam mit Hilfe eines speziellen Zahnzements in den Zahn einzementiert werden, werden Füllungen aus Kompositkunststoff eingeklebt: Zunächst entfernt der Zahnarzt die kariösen Teile des Zahnes, er reinigt dann die zu füllende Stelle des Zahnes sorgfältig. Danach trägt er dünne Schichten aus Kompositkunststoff auf, die anfangs noch weich sind, aber Schicht für Schicht aushärten.
Eine neuere Variante ist das Fertigen von Inlays auf Kompositkunststoff, die beim zweiten Besuch in der Zahnarztpraxis einfach eingesetzt werden können, nachdem beim ersten Besuch Abdrücke genommen werden. Wurde die Füllung von einem erfahrenen Zahnarzt sorgfältig durchgeführt, kann sie sehr lange halten und auch Belastungen lange überstehen.
Kompositkunststoff passt sich der natürlichen Farbe der Zähne normalerweise so gut an, dass selbst der Zahnarzt Probleme hat, den echten Zahn vom Kunststoff zu unterscheiden. Doch es gibt noch einen weiteren Vorteil: Speziell das häufig verwendete Amalgam (eine Mischung aus Quecksilber, Silber, Zinn und Kupfer) hat bei vielen einen schlechten Ruf und steht im Verdacht, Unverträglichkeiten auszulösen und bestimmte Krankheiten zu begünstigen. Kunststofffüllungen gelten als sicherer, obwohl sie aus einer Vielzahl von Substanzen zusammengesetzt sind, die ebenfalls theoretisch Allergien auslösen könnten.
Kerstin Becker
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