Psychosomatik verbindet Körper und Geist


Psychosomatik – für manche lediglich ein Hirngespinst, für viele andere dagegen der lang ersehnte Schlüssel und der entscheidende Schritt auf dem Weg zum Sieg über die Beschwerden. Doch was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff und inwiefern finden die durch diesen Ansatz gewonnenen Erkenntnisse praktische Anwendungen?

In der Psychosomatik oder auch der psychosomatischen Medizin geht man davon aus, dass zwischen psychischen Vorgängen und körperlichen (bzw. somatischen) Erscheinungsformen ein enger Zusammenhang besteht. Dieser enge Zusammenhang wird in der medizinischen Fachsprache mit dem Begriff der Komplementarität beschrieben. Demzufolge können nicht bewältige psychische Konflikte zu verschiedensten Krankheiten wie zum Beispiel Magen- und Darmgeschwüre, Durchfall, Migräne oder auch Kreislaufstörungen führen.

Der psychosomatische Ansatz ist beileibe kein neuer, sondern lässt sich bis zu den Anfängen der Medizin zurückverfolgen. Bereits seit Jahrhunderten erforschen Mediziner die Wechselwirkungen von psychischer und physischer Gesundheit. Im vergangenen Jahrhundert hat sich in Deutschland die Psychosomatik als klinisches Sonderfach etabliert. Seit dem Jahr 1970 sind die psychosomatische Medizin und die Psychotherapie als scheinpflichtige Unterrichtsfächer fest in der medizinischen Lehre in Deutschland verankert. Heute verfügen nahezu sämtliche Kliniken und medizinische Fakultäten in der Bundesrepublik über Abteilungen für psychosomatische Medizin und Akupunkturausbildung. Dies führt dazu, dass sich viele in Deutschland ausgebildeten Ärzte, wie zum Beispiel Dr. Scheib, der eine psychosomatische Klinik auf Mallorca betreibt, auf die Behandlung im Sinne des psychosomatischen Ansatzes spezialisiert haben.

Trotz der Annerkennung der Psychosomatik als medizinische Fachdisziplin wird der Begriff psychosomatisch manchmal noch immer missverstanden und sozusagen als „eingebildete Krankheit“ eingeordnet. Dabei deutet die Tatsache, dass eine psychosomatische Erkrankung häufig erst sehr spät auch als solche entdeckt wird keinesfalls darauf hin, dass sie nicht existiert oder nur eingebildet ist. In diesem Bereich besteht nach wie vor noch viel Überzeugungsbedarf, sowohl was die Ärzte, als auch die Patienten betrifft. Letztere können sich häufig nur schwer damit abfinden, dass der Ursache ihrer Beschwerden eine psychische Komponente zugrunde und die Lösung in der Psychosomatik liegt.

Kerstin Meyer
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