Billigflieger
Wer schnell und bequem in den Urlaub will, oder sei es nur eine Geschäftsreise für einen Tag, für den sind die so genannten Billigflieger in den letzten Jahren eine ernstzunehmende Alternative für Bus, Bahn und Auto geworden, die bis jetzt wiederum die einzigen Alternativen zu den doch sehr preisintensiven Angeboten von konventionellen Airlines waren.
Wobei man hier besonders unterscheiden muss zwischen den mittlerweile entstandenen „Billig“-Angeboten dieser konventionellen Airlines und den Billigfliegern, die dieses Marktmodell überhaupt erst wegen ersteren gewählt haben, um Kunden und Marktanteile zu gewinnen. Als der Pionier bei den Billigfliegern muss eindeutig die Fa. Ryanair genannt werden. Von Ryanair stammt das Konzept, dem Fliegen jeglichen Extra-Luxus zu nehmen und die Leistung rein auf den Transport zu beschränken. Das heißt aber nicht das Sie an Bord nichts mehr zu essen oder trinken bekommen, nein auch zollfreie Ware können Sie noch kaufen. Nur wird ihre Mahlzeit nicht umsonst sein, sondern Sie werden ihr Büchsengetränk und ihr tiefgekühltes Sandwich direkt bezahlen müssen. Vorbei die Zeiten, wo es im Flugzeug eine warme Mahlzeit gab. Übrigens mittlerweile auch auf nicht-Billigfliegern, zumindest auf innereuropäischen Strecken. Denn diese Unterschiede waren der Anfang. Sie ahnen es? Wenn Sie z.B. Ihr Ziel nicht direkt anfliegen, sondern einmal umsteigen müssen dann sind sie es, der zuerst sein Gepäck abholt und dann für den neuen Flug wieder eincheckt. Oder wenn Sie z.B. mit einem Billiganbieter einer großen und renommierten europäischen Airline z.B. in München landen, dann kann es Ihnen passieren das Ihr Flieger nach der Landung noch mal eine halbe Stunde über das Vorfeld fährt, um seine Parkposition am äußersten Ende des Geländes einzunehmen. Die Fahrt zum Terminal dauert dann meist auch noch mal eine viertel Stunde, wer z.B. von Frankfurt oder Köln gekommen ist der verbringt bei dieser Prozedur noch mal soviel Zeit auf dem Rollfeld wie in der Luft. Wo wir gerade bei Frankfurt sind… Kennen Sie den Flughafen Frankfurt-Hahn? Sie kennen Frankfurt/Main? Nun, das erstere bezieht sich auf zweiteres, obwohl Sie geographisch nichts gemein haben außer den Namen…
Dafür können Sie aber auch schon ab 19,- Euro von dort abfliegen, vorausgesetzt Sie buchen vier Wochen im Voraus, wer ohne großen Vorlauf bucht der zahlt Preise wie bei den konventionellen. Denn die Flugzeuge dürfen im Gegensatz zur Verpflegung nicht billig sein, denn Sie wollen ja sicher ankommen… Als Fazit könnte man sagen das die Billigflieger ein neues touristisches Marktsegment erschlossen haben, Billigflieger sind das ideale Reisemittel für alle die Zeit haben und denen es nicht auf Luxus und Service ankommt. Also für Schüler, Studenten, Kegelgruppen und ABI-Abschlussfahrten im Prinzip das Verkehrsmittel der Wahl, wenn man nicht z.B. den Spanien-Urlaub in einer zweitägigen Busfahrt antreten will.
Aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet hat sich das Billigfliegergeschäft am meisten zwischen 2001 – 2003 gelohnt, hier gab es bis zu 40 % Wachstum pro Jahr. Das dieses Niveau auf Dauer nicht zu halten war liegt an der beginnenden Marktsättigung, die daher resultiert das mehr und mehr Anbieter ein Stück von diesem Kuchen abhaben wollen. Daraus resultiert ein starker Rückgang der Marktanteile, der die kleineren Anbieter in Verbindung mit wegfallenden Verbindungen in größer werdende Bedrängnis bringt. Neben dem omnipräsenten Kostendruck, wirkt eine Nachfragesteigerung über den Preis nur noch bedingt. Die wahrscheinliche Folge wird sein, das die großen Gesellschaften den Markt in Zukunft wieder unter sich aufteilen können, da kleine bis mittlere entweder aufgekauft werden oder insolvent gehen, da sie nicht mehr kostendeckend arbeiten können.
Christian Scheller
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