Wachau – eine alte Kulurlandschaft


Die Wachau ist der bekannteste Donauabschnitt in der Nähe von Wien zwischen den Städten Melk und Krems. Viele Wientouristen nutzen einen schönen Sommertag für einen Ausflug aus ihrem Hotel oder ihrer Ferienwohnung in Wien in die nahe Wachau. Weltweit bekannt ist die Wachau unter anderem wegen der zahlreichen Filme, die vor allem in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts dort gedreht wurden. Der federführende Schauspieler war dabei sicherlich der unvergessene Hans Moser, der auch im berühmtesten Film über die Wachau – „Mariandl“ mitgespielt hat.

Geliebt wird die Wachau vor allem für die wunderbare Landschaft, die geprägt ist von kleinen Ebenen mit lieblichen Dörfern wie Weißenkirchen und sonnigen Hängen an denen vor allem Wein- und Obstanbau betrieben wird. Die beliebtesten Rebsorten sind der Rießling und der Grüne Veltliner; im Obstanbau ist die Gegend bekannt für die Wachauer Marille (Aprikose).

Bereits seit der ersten urkundlichen Erwähnung Österreichs in Form des Wortes „Ostarichi“, im Jahre 996 bildet die Gegend zwischen Krems und Melk ein Machtzentrum der Grafen und Herzöge. Das Geschlecht der Babenberger sorgte für einen Ausbau der Mark Ostarichi in Richtung Osten. Die Hauptstadt wanderte im Laufe der Zeit immer wieder Richtung Osten – am Beginn war die Hauptstadt Pöchlarn, nahe Melk.

Die Wachau, ein klassisches Durchbruchstal, ist auf beiden Seiten von Bergen umsäumt. Diese Enge machte sich im Mittelalter das Geschlecht der Künringer zu Nutzen, da Sie mit ihren beiden Burgen Aggstein und Dürnstein den wichtigen Seeweg auf der Donau kontrollierten. Es wurden bei Bedarf mächtige Eisenketten über den Strom gespannt und damit Schiffe an der Durchfahrt gehindert. Durch diese „Mautzahlungen“ wurden sie auch sehr oft als Raubritter bezeichnet.

Die berühmteste Sage der Wachau steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Burg Dürnstein. Der Babenberger Markgraf Leopold hatte sich an den Kreuzzügen beteiligt und bei der Erstürmung der Festung Akkon als erster sein Banner, seine Fahne, auf der Festung gehisst. Der englische König Richard Löwenherz war sehr erbost, dass diese Heldentat nicht ihm gelungen war und daher ließ er die Fahne herunterreißen und durch den Schmutz ziehen. Diese Schmach konnte Leopold nicht verzeihen, deshalb lauerte er König Richard Löwenherz auf dessen Heimreise in Wien auf. Dieser reiste verkleidet und ohne Schutz. Es war kein Problem ihn gefangen zunehmen und auf der Burg Dürnstein einzukerkern. Nach langer Suche gelang es dem treuen Sänger Blondel seinen Herrn zu finden und mit einem hohen Lösegeld aus England freizukaufen.

Robert Hammerl
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