Der Haut und der Umwelt zuliebe
Vor dem ersten Weltkrieg war die zweitgrößte Stadt Frankreichs, nämlich Marseille, so etwas wie die Seifenmetropole schlechthin. Es befanden sich um die neunzig Seifenfabriken in Marseille. Nach dem Krieg und mit der Erfindung des Waschpulvers hatte die Seifenindustrie es dann deutlich schwerer. Heute findet man noch ungefähr ein halbes Dutzend Seifenmanufakturen in Marseille und Salon de Provence.
Savon de Marseille wird vollkommen auf Naturbasis hergestellt und ist international bekannt. Interessant dabei ist, dass sie bis heute durch keinerlei Markenzeichen geschützt ist. Die ursprüngliche und herkömmliche handwerkliche Herstellung von Savon de Marseille sieht so aus, dass der Seifensubstanz Pflanzenöle (Olivenöl, Palmöl, Kokosnussöl) und Soda beigemengt werden, jedoch auf den Zusatz von Parfüm und Konservierungsstoffen vollkommen verzichtet wird. Der Fettgehalt muss 72 Prozent betragen. Echte Seife aus Marseille ist entweder hellgelb oder grün. Die nach alter Tradition handwerkliche Seifenherstellung dauert drei Wochen.
Durch ihre außerordentliche Reinheit und ihre Natürlichkeit ist Savon de Marseille besonders gut verträglich und deshalb für empfindliche Haut und für Allergiker bestens geeignet. Da die Produkte biologisch vollständig abbaubar sind, kommt der Einsatz der Marseiller Seife besonders der Umwelt zugute. Heutzutage ist Savon de Marseille auch schon als Flüssigseife erhältlich. Savon de Marseille ist stark rückfettend und verhindert ein Austrocknen der Haut.
Fabian Hickl
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