Hanf und Kenaf – zwei interessante Faserpflanzen
In den letzten Jahren sind nachwachsende Rohstoffe verstärkt in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit gelangt. Hierfür gibt es sicher zahlreiche gute Gründe. In Deutschland wurde einem nachwachsenden Rohstoff besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist der Hanf. Eine ähnlich hohe Aufmerksamkeit wurde ansonsten sicher nur dem Miscanthus zuteil.
Beim Hanf handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die vor allem wegen der qualitativ hochwertigen Fasern angebaut, welche selbige liefert. Die Fasern sind extrem reißfest und leichter als Glasfasern, weshalb Hanffasern auch im Automobilbau zunehmend zum Einsatz kommen.
Weniger bekannt ist die Faserpflanze Kenaf. Beim Kenaf handelt es sich ebenfalls um eine einjährige Pflanze, welche auch sehr hochwertige Naturfasern liefert. Auch optisch ähnelt die Kenafpflanze dem Hanf, ohne mit diesem jedoch verwandt zu sein. Der Grund, warum Kenaf in hiesigen Breitengraden weniger bekannt ist, ist der, dass der nachwachsende Rohstoff in hiesigen Breiten schlicht nicht gedeiht.
Obwohl beide Pflanzen hervorragende Fasern liefern, muss nicht notwendiger Weise davon ausgegangen werden, dass es sich um Konkurrenten handelt. Im Gegenteil, da beide Fasern ihre Vorzüge haben, ergänzen sich diese sehr gut, so dass man durch die Kombination die Eigenschaften von Faserverbundwerkstoffen sogar optimieren kann.
