IHC Berlin Coyoties
Im ersten Punktspiel der Saison bezwang der IHC Berlin Coyoties (Heim) die Red Devils Berlin mit 5:4. Den etwa 30 Zuschauern an der Alten Eisbahn in Lankwitz wurde eine packende Partie geboten, deren Entscheidung in der buchstäblich letzten Sekunde fiel. Es war Felix Schuppisser (2 T), der den Siegtreffer nach einer Spielzeit von 59:55 Minuten verbuchen konnte.
Dabei gelang den Red Devils der bessere Start. Assistenz-Kapitän Alexander Schulz (1 T, 2 PIM) brachte seine Mannschaft in der 7. Spielminute in Führung. Nach einem langen Wechsel nahm er den Ball im eigenen Drittel auf und trug ihn ungehindert bis an die blaue Linie. Während die Coyoties die Passwege zustellten, zog Schulz frech ab und ließ Florian Gäke (4 GT) kaum Abwehrgelegenheit.
Doch die Coyoties fanden immer besser ins Spiel. In der 14. Minute schließlich war Steffen Schröder im Tor der Devils (5 GT) machtlos, als Florian Korn (2 T, 2 PIM) den ersten Saisontreffer der Coyoties erzielen konnte. Ein Schuss von Dimitri Kalchert (1 T, 2 PIM) wurde abgelenkt und Korn stand genau richtig, um den Abpraller zu versenken.
Nur kurze Zeit später kam es zu einer Kontroverse auf dem Spielfeld. Coyoties-Debütant Björn Wolfrum pflückte einen beispielhaften Flip-Pass von seinem Sturmparter Daniel Lamberg aus der Luft und traf das Tor nach einer sehenswerten Täuschung auf die Rückhand. Das Tor wurde jedoch annuliert: Das Schiedsrichtergespann (Sebastian Großmann und Dennis Bansche) befand auf regelwidriges Handspiel zu Ungunsten Wolfrums. Davon unbeirrt setzten die Coyoties den Druck fort, so dass Schuppisser sein erstes Tor erzielen konnte. Mit einer tollen Einzelaktion führte er den Ball über das gesamte Spielfeld und beförderte einen tückischen Rückhandschuss ins lange Eck (2:1, 18.).
Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Spielgeschehen zu Gunsten der Red Devils. Johannes Hobrecht (1 T, 2 PIM) lief einen Konter und überwand Gäkes Stockhand mit einem ansatzlosen Schuss (2:2, 29.). Bis zum Ende des 2. Drittels fielen keine weiteren Treffer. Dies war hauptsächlich Schröder und Gäke zuzuschreiben. Schröder parierte einen aus kurzer Distanz abgefeuerten Schlagschuss von Axel Stark und einen Direktschuss von Lamberg. Nico Thiele (1 T) und Johannes Hobrecht scheiterten an Gäke, der zu Höchstform auflief.
Im letzten Spielabschnitt stieg das Tempo dann an. Die Coyoties konnten in Überzahl spielen, während Tim Metzner (2 PIM) eine Strafe wegen Übertriebener Härte verbüßte. Coyoties-Blueliner Christian Stoinski (2 V) hielt einen Befreiungsversuch der Red Devils in der gegnerischen Hälfte und spielte den Ball tief ins gegnerische Drittel. Kalchert setzte sich in der linken Ecke durch und kreiste mit dem Ball auf seiner Vorhand in den Slot. Mit einem halbhohen Schlenzer ins kurze Eck sorgte er für die 3:2-Führung seiner Mannschaft (49.).
Schon im nächsten Wechsel lief Kalchert eine 2-auf-1-Situation mit Korn zu seiner Rechten. Kalchert täuschte einen Schlagschuss an und verblüffte alle Beteiligten mit einem trickreichen Querpass auf den Linksschützen Korn. Der Ball versprang leicht, doch Korn gelang ein wunderschöner Volleyschuss. Schröder antwortete mit einer souveränen Parade. Während Kalchert zum Wechsel lief, kam Korns designierter Sturmpartner Alex Kochan (2 V) aufs Feld. Schon nach wenigen Sekunden konnte Kochan eine weitere 2-auf-1-Situation herausspielen. Diesmal ließ Korn dem Red Devils-Goalie keine Chance: Er schmetterte das präzise Zuspiel von Kochan direkt ins lange Eck (4:2, 51.).
Fortan spielte Florian Korn wie berauscht, was Nico Gröbe auf Seiten der Red Devils (2 PIM) deutlich zu spüren bekam. Gröbe zog mit dem Ball in die gegnerische Zone, wo er von Korn hart zu Boden gebracht wurde. Gröbes Mannschaftskamerad Matthias Pipke (10 PIM) war außer sich und konnte nur mit einer gelben Karte ruhiggestellt werden. Pipkes Einwand, Korn habe einen regelwidrigen Hüftcheck durchgeführt, konnte erst nach dem Spiel durch Videoaufnahmen bewiesen werden.
Aufgrund der gelben Karte personell geschwächt, hatten die Red Devils kaum noch Aufsicht auf einen Punkt. Es verblieben nur noch 8 Minuten, um 2 Tore zu erzielen. Doch Pipkes Mannschaft gab nicht auf und sorgte wiederholt für Verwirrung vor dem Tor der Coyoties. Noch konnte Gäke mit spektakulären Saves dagegenhalten. Der Dauerbeschuss wurde allerdings zu schwer. Nach einem gewonnenen Face-Off zögerte Marcel Houdelet (1 T, 1 V) nicht lange und feuerte den Ball in Richtung Tor. Thiele fälschte den Ball unhaltbar ab (4:3, 55.). Die Coyoties versuchten nun, die knappe Führung über die Zeit zu retten. Die Spielerbank reagierte mit einer Auszeit. Hingegen wurde die risikobereite Spielweise der Red Devils durch einen kaum glaublichen Ausgleichstreffer belohnt. Ein von Gäke abgewehrter Schuss sprang gegen Lambergs Handschuh. Um ein regelwidriges Handspiel zu verhindern, spielte der erfahrene Stürmer den Ball volley mit seinem Schläger. Der Befreiungsversuch prallte von Gäkes Rücken zurück in den Torraum. In dem Chaos behielt Houdelet die Übersicht und schaufelte den hüpfenden Ball ins Tor (4:4, 59.). Der Jubel auf Seiten der Red Devils und ihrer Fans war schier grenzenlos.
Die Coyoties versuchten nun mit letzter Kraft, das schon gewonnen geglaubte Spiel endgültig für sich zu entscheiden. Es waren noch 35 Sekunden zu spielen, als Christian Stoinski an gleich 3 Gegenspielern vorbeizog. Sein Schlagschuss von der blauen Linie geriet zurück ins laufende Spiel. Als Stoinski seinen eigenen Abpraller unter Kontrolle bringen wollte, wurde er von Schulz zu Fall gebracht. Schulz erhielt 2 Strafminuten für Beinstellen. Somit verblieben den Coyoties noch 25 Sekunden, um das Spiel im Powerplay für sich zu entscheiden.
Das Face-Off fand in Höhe der Mittellinie statt. Die Red Devils gewannen es sicher und klärten den Ball bis an die gegnerische Endbande. Stoinski eilte zielsicher zurück und baute das Spiel ein letztes Mal auf. Mit 10 Sekunden auf der Uhr spielte Stoinski einen halbhohen Pass, der wie durch eine Fügung bestimmt auf Schuppissers Kelle landete. Schuppisser feuerte einen verzweifelten Schuss ab. Schröder wurde dabei zur tragischen Figur. Er wehrte den Schuss mit der Stockhand ab, doch der Ball prallte hoch über seinen Kopf und senkte sich langsam ins Tor (5:4, 60.). Die Coyoties, allen voran ihr Siegschütze, gerieten in Ekstase.
Als der Ball zum nächsten Face-Off fiel, war die Führung gesichert und der Sieg: perfekt.
Dirk Diebel
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