Staustufe Iffezheim


Anfang des 18. Jahrhunderts fing man an mit der Begradigung des Rheines an. Ziel war eine bessere Schiffbarkeit des Oberrheins. Ein anderes wesentliches Ziel war, die jährlich verheerenden Überschwemmungen einzudämmen.

Nach der Rheinbegradigung reichen die Auswirkungen bis heute. Je nach Anschauung positive und Negative folgen. Zu den Positivsten Aspekten zählen neben der besseren Schiffbarkeit auch die neu gewonnenen Flächen für Industrie und Landwirtschaft. Negativ sind die Steigerung des Flussgefälles und die dadurch größere Hochwassergefahr flussabwärts, sowie das Absenken des Grundwasserspiegels und das Trockenfallen der Auwälder.

Gegen die Steigerung des Flussgefälles und der daraus resultierenden schnellern Flussgeschwindigkeit des Rheines wurden die Staustufen entlang des Flusses gebaut. Damit lies sich die Fließgeschwindigkeit verringern und gleichzeitig die Wasserkraft für die Stromerzeugung nutzen.

In der Staustufe bei Iffezheim werden die Schiffe in zwei Doppelkammerschleusen gehoben. Die Stauhöhe beträgt durchschnittlich 10,80 Meter. Die Größe der Schleusenkammer beträgt 270 x 24 m. Je nachdem, wie groß die Schiffe sind, können bis zu sechs Schiffe gleichzeitig durch die Schleuse befördert werden. Ausgeglichen wird der Wasserspiegel durch Füllen oder Leeren der Kammer. Etwa 40.000 Schiffe passieren Jährlich die Staustufe. Gesteuert und überwacht wird dieser Vorgang von einem Turm aus.

Neben der Staustufe steht das Rheinkraftwerk. Das Kraftwerk ist in einer Achse mit dem Wehr, dem Rheinabschlussdamm und der Schleuse angeordnet. In Betrieb genommen wurde die Anlage 1978. Im Herzen der Anlage arbeiten vier horizontalen Kaplan-Rohrturbinen mit einem Laufraddurchmesser von 5,80 Meter, die bis zu 1.100 m3/s Wasser verarbeiten. Dadurch werden ca. 750 Mio. kWh Strom pro Jahr erzeugt. Diese Menge entspricht in etwa dem Strombedarf der Stadt Heidelberg.

Außerdem wurde im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung des Lachses am Rhein eine Fischaufstiegseinrichtungen, die so genannte Fischtreppe gebaut. Finanziert wurde sie durch die beiden Anrainerstaaten, Deutschland und Frankreich und dem Kraftwerksbetreiber. Durch permanente Beobachtungen ermittelt man, dass die meisten der im Rhein vorkommenden Fischarten in teilweise beachtlichen Mengen zurückgekehrt sind.

Udo Jüngert
u.juengert [ at ] gmx [ dot ] de

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