Das Mehr-Mulden-Konzept am Beispiel der Region St. Gallen
Die Gemeinden der Abfallregion St. Gallen haben mit dem Ziel die Umwelt zu schonen und Abfall zu vermeiden, ein auf dem Mehr-Mulden-Konzept (MMK) des Schweizerischen Baumeisterverbandes, basierendes Entsorgungskonzept erstellt. Der Grundsatz des Konzeptes lautet: „Abfall trennen und verwerten, nur den Rest deponieren oder verbrennen.“
Bei der Entsorgung von Bauabfällen soll folgendermassen vorgegangen werden: Nach Möglichkeit ist das zu entsorgende Material schon auf der Baustelle zu trennen. Ist dies auf Grund der Gegebenheiten auf der Baustelle nicht möglich, erfolgt die Trennung erst im Sortierwerk oder im Werkhof des Unternehmens. In einzelnen Mulden oder Transportfahrzeugen soll der Abtransport zu den Entsorgungsanlagen wie Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA), Sortier- und Recyclinganlagen, und Deponien erfolgen. Das Verbrennen von Abfällen auf der Baustelle ist grundsätzlich verboten.
Nach diesem Konzept werden 4 Arten von Mulden, die mit farbigen Aufsteckschildern bezeichnet werden, unterschieden. Pro Mulde darf nur eine Art Bauabfall geladen werden.
Mulde 1 – In die Grüne Mulde (Einstoff-Mulde) soll nur eine Sorte Material gelangen, das direkt der Verwertung zugeführt wird. Dabei kann es sich um unverschmutzten Aushub, Beton- und Belagsaufbruch, Ziegelsteine, Holz oder Metall handeln. Sonderabfälle sind nicht zugelassen (verschmutzter Aushub = Altlast = Sonderabfall).
Mulde 2 – Mittels der Grauen Mulde (Mehrstoff-Mulde) werden unsortierte Inerte Bauabfälle (Bauschutt) wie Backsteine, Naturstein, Ton, Zement, Zementwaren, Ziegel, Belagsaufbruch, Kies, Keramik, Beton und Eternit entsorgt. Das Material soll nach Möglichkeit dem Recycling zugeführt werden. Sonderabfälle sind nicht zugelassen.
Mulde 3 – In die Rote Mulde (KVA) kommen unsortierte brennbare Materialien, welche nicht recyclingfähig sind. Diese werden in der Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt oder allenfalls in einer Sortieranlage entsorgt. Sonderabfälle sind nicht zugelassen.
Mulde 4 – Mit der Gelben Mulde (Sortieranlage) werden gemischte unsortierte Bauabfälle jeglicher Art entsorgt. Diese Mulde wird durch ein Transportunternehmen, z.B. den Muldenservice St. Gallen, einer Sortieranlage zugeführt. Sonderabfälle sind nicht zugelassen.
Sonderabfälle wie ölige Abfälle, Farben, Lacke, usw. gehören grundsätzlich nie in eine Mulde. Diese Stoffe müssen einem Empfänger abgegeben werden, der zur Annahme von Sonderabfällen berechtigt und bereit ist. Bei den kantonalen Umweltschutzämtern sind die Adressen von solchen Unternehmen erhältlich.
J. Gschwend
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