Betrug am Kunden: Methusalem-Versicherungen
Die Deutschen werden immer älter und dies hat natürlich gravierende Auswirkungen auf unsere Altersvorsorge. Auch wenn sie vom Alter des Methusalems (nach Bibelangaben 969 Jahre) noch etwas entfernt sind, wird doch eine private Vorsorge für das Alter immer wichtiger. Aus diesem Grund ist die Lebensversicherung bereits seit Jahrzehnten das beliebteste Vorsorgeprodukt. Doch viele Bundesbürger haben sich speziell in den 80er- und 90er Jahren von unseriösen Vertretern so genannte „Methusalem-Lebensversicherungen“ aufschwatzen lassen.
Der Pferdefuß bei diesen Policen: Sie haben zwar geringe Beiträge dafür reicht die Laufzeit bis in hohe Greisenalter. Die Auszahlung erfolgt bei vielen Versicherungen erst ab dem 85. Lebensjahr, bei einigen Verträgen reicht die Laufzeit sogar bis zum 100. Lebensjahr. Für Methusalem kein Problem, aber viele Deutsche brauchen das Geld schon früher. Gerade ab dem 70. Lebensjahr steigen die Aufwendungen zum Beispiel für die Pflege. Der Grund, warum so viele diese Verträge abgeschlossen haben, liegt in falschen Versprechungen der Vermittler.
Diese argumentierten, dass aufgrund der hohen Überschussbeteiligung (damals noch 6 %, aktuell nur noch 2,25%) der Betrag bereits früher angespart sei und damit bereits zum 60. bzw. 65 Lebensjahr fällig wird. Da die Versicherungen jedoch an der Börse Schiffbruch erlitten haben, wird es für viele Deutsche nun ein böses Erwachen geben. Wer beim Eintritt in die Rente nun auf die Erträge seiner Lebensversicherung hofft, wird unter Umständen noch 10 bzw. 20 Jahre warten müssen.
Michael Janssen
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