Private Krankenversicherung – Beitragsänderung ab 2008
Ab 2008 werden die Beiträge für die Private Krankenversicherung für Männer steigen. Frauen können sich dagegen auf sinkende Beiträge freuen. Grund dafür ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Das von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auf den Weg gebrachte AGG soll geschlechtsspezifische Diskriminierungen verhindern. Versicherer müssen sich hier bei der Gestaltung ihrer Prämien an klare Richtlinien halten. Beispielsweise dürfen Kosten in Verbindung mit Schwangerschaften oder Mutterschaft nicht negativ in die Berechnung einfließen.
Private Krankenversicherung muss geschlechtsneutral kalkulieren
Im Vergleich zu den Beiträgen für Männer sind die Kosten für eine Private Krankenversicherung für Frauen derzeit um zirka 30 Prozent höher. Was ist der Grund? Durch Faktoren wie Schwangerschaft oder Mutterschaft verursachen Frauen höhere Gesundheitskosten – so sagt es die Statistik. Die Kosten für diese Faktoren müssen nun bis Jahresende geschlechtsneutral verteilt werden, so dass sich für privat Versicherte zum Teil deutliche Beitragsänderungen ergeben. Für Betroffene ist dann ein Beitrags- bzw. Versicherungsvergleich mit Tarifen anderer Versicherer sinnvoll.
Für Männer wird’s teurer, für Frauen günstiger
Eine private Krankenversicherung wird ab 2008 für Männer im Schnitt rund 5 Prozent teurer sein. Auch die Beiträge für private Zusatzversicherungen werden steigen. Zu erwarten ist hier ein Anstieg um 10 Prozent. Im Gegensatz dazu werden für Frauen die Beiträge sinken. Es gibt allerdings noch einige offene Fragen: Wird es zukünftig für Frauen und Männer die gleichen Tarife geben? Wie ändert sich die Statistik in Bezug auf die Höhe der Gesundheitskosten? Möglich wäre, dass diese auch ohne die Berücksichtigung der Kosten durch Schwangerschaften und Mutterschaft noch höher liegen – aufgrund der höheren Lebenserwartung. Dann allerdings wäre eine weitere Ungleichbehandlung nach der aktuellen Gesetzeslage zulässig.
Konkrete Tarifänderungen ab November erwartet
Konkrete Erkenntnisse über die neuen Prämien in der Privaten Krankenversicherung wird höchstwahrscheinlich die neue Kalkulationsverordnung liefern, die von der BaFin erwartet wird. Konkrete Informationen über die einzelnen Tarifänderungen sind voraussichtlich ab November von den Versicherungen zu erwarten.
Die Tarifänderungen werden durch Faktoren wie Alter, Tarifgruppe und Frauenanteil beeinflusst. Unter den Versicherten müssen besonders Männer zwischen 20 und 40 Jahren mit deutlich höheren Beiträgen für die Private Krankenversicherung rechnen. Besonders Beamte haben hier das Nachsehen. Grund ist, dass die betreffenden Tarife einen besonders hohen Frauenanteil haben.
Volker Altvater
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