Rentenanpassung – endlich ist es soweit!


In wenigen Tagen haben die Bundesdeutschen Rentner wieder eine Anpassung Ihrer Rente. Genau zum 01.07.2007 wird dieser Personenkreis sich über eine Rentenanpassung von 0,54% in Westdeutschland und 0,52% in Ostdeutschland freuen dürfen. Die Enttäuschung ist groß. Vor allem, da eine Rentenerhöhung die letzten drei Jahre ausblieb.

Vollmundig wird berichtet das die Deutsche Rentenversicherung (ehemals BFA/LVA) 100 Millionen Euro mehr an die Rentner auszahlt jedoch fällt diese isoliert betrachtet für jeden einzelnen Rentner nicht gerade opulent aus. Die meisten Rentner erhalten eine Rente nahezu am Existenzminimum teilweise sogar unterhalb der Armutsgrenze.

Betrachtet man einen Durchschnittsrentner mit 770,- Euro Rente wird sehr schnell deutlich was dies in der Praxis bedeutet. Mit der Anpassung von 3,89 Euro (brutto!) verbleiben Ihm nach Abzug der noch fälligen Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung netto 3,51 Euro. Bezieht man die Inflation 2006 1,7% in seine Überlegungen mit ein, nagt diese nunmehr seit über fünf Jahren an den Rentnern. Analog dazu erhöhten sich die Sozialversicherungsabgaben für Kranken-und Pflegeversicherung. Wirklich mehr bleibt dort im Portemonaise nicht übrig.

Die heutige Generation an Beitragszahlern sollten diese Zahlen mehr als nervös stimmen, denn jede ausgesetzte oder nur minimale Erhöhung der Renten haben beträchtliche Auswirkungen auf das spätere Rentenniveau, der Heute aktiv im Arbeitsleben stehenden. Bei jährlichen Rentenanpassungen von rund einem halben Prozent und Preissteigerungsraten von ca. 1,6% verliert die Kaufkraft einer Rente in 25 Jahren ca. ein fünftel Ihres Wertes. Ungeachtet der demografischen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, wo im Jahr 2030 jedem Beitragszahler ca. 3 Rentner gegenüber stehen.

Eigenvorsorge ist bitter notwendig, wenn Mann oder Frau nicht vollständig unterhalb der Armutsgrenze Ihren Lebensabend verbringen wollen. Im Jahr 2006 war ein Aufwand von 24.218 EUR in der gesetzlichen Rentenversicherung für 100,- Euro Altersrente notwendig. Oder anders formuliert für 1.000,- EUR beitragspflichtiges Jahresarbeitsentgelt erhielt im Jahr 2006 ein Beitragszahler 0,89 EUR Brutto-Altersrentenanwartschaft. Dies Verhältnismäßigkeiten werden sich weiter verschieben, allerdings nicht zum Vorteil der zukünftigen Rentner.

Ausgleichen kann man dies nur durch private Altersvorsorge. Der Staat hat nunmehr Anreize und vor allem auch Rechte in das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung geschrieben die den Arbeitgeber verpflichten dem Arbeitnehmer genau dieses zu ermöglichen. Ein Vergleich der Vorsorgemöglichkeiten lohnt sich.

Bernd Schuster
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