Die staatliche Förderung der Riester-Rente: Ein Stufenmodell
Die Riester-Förderung fällt unter das Stufenmodell, da sich die Grund- und die Kinderzulage sowie der Sonderausgabenabzug stetig erhöhen. Riester-Sparer kommen in den maximalen Genuss der staatlichen Förderung, wenn sie ab dem Jahr 2007 jeweils drei Prozent und ab 2008 vier Prozent ihres sozialversicherungspflichtigen Brutto-Einkommens aus dem jeweiligen Vorjahr in ihre Riester-Rente investieren.
In den genannten Sparraten sind dann die staatlichen Zulagen bereits enthalten. Dies hat insbesondere Vorteile für Eltern mit mehreren Kindern, denn sie erhalten ziemlich hohe Finanzspritzen vom Staat. Entsprechend sinkt der Eigenbeitrag für die private Vorsorge. Auf diese Weise kommt ein Single - abhängig vom Einkommen - auf eine Förderung von etwa 50 Prozent, kinderlose Eheleute mit vergleichsweise niedrigem Einkommen in der Spitze auf rund 70 Prozent. Ehepaare mit Kindern und niedrigem Einkommen erhalten sogar eine Förderquote in Höhe von 80 Prozent.
Interessenten sollten allerdings ein Augenmerk auf die Zusammensetzung der Riester-Produkte legen, denn jedes Produkt hat seine eigene Renditechance. So hängt die Höhe der Rendite zum Beispiel von der Mischung der jeweiligen Fondsprodukte ab. Ein geringes Risiko bergen festverzinsliche Rentenpapiere. Dafür werden lediglich geringe Gewinne erzielt. Nicht so bei Riester-Produkten mit Anlageschwerpunkt auf Aktien. Sie erwirtschaften bei einer guten Wirtschaftsentwicklung satte Renditen, bergen allerdings auch viel Spekulatives. Nur die Einzahlungen sind garantiert.
Riester-Produkte mit Aktienschwerpunkt eignen sich deshalb eher für jüngere Leute, da diese noch viel zeit zu ihrem Rentenbeginn haben. Riester-Anlagen auf Banksparplänen sparen hingegen ihr Guthaben mit einer festgelegten Verzinsung an. Dieser ist sowohl abhängig von der Laufzeit als auch vom Sparbetrag, kann sich aber auch nach der Umlaufrendite für festverzinsliche Anleihen ausrichten. Das Risiko ist gering, daher können Sparer nur ein langsames Anwachsen ihrer Erträge erwarten. Interessant ist diese Anlage insbesondere für ältere Anleger, da der Ansparzeitraum kürzer und das Sicherheitsbedürfnis höher ausfallen.
Riester-Produkte als Fondssparpläne erwirtschaften sehr gute Renditen, die allerdings von den oftmals hohen Kosten (Ausgabeaufschläge, Verwaltungskosten, Depotgebühren) wieder aufgezehrt werden. Fonds-Produkte sollten deshalb nur dann gewählt werden, wenn auch noch genügend Zeit bis zum Rentenbeginn verbleibt. Sind die Verträge exakt auf den Rentenbeginn kalkuliert, dann können sich damit gute bis sehr gute Renditechancen entwickeln.
Vorsicht ist geboten bei Riester-Verträgen mit einer befristeten Rentengarantie, denn durch eine solche Vereinbarung gehen die staatlichen Zulagen nachträglich verloren. Zudem drohen hohe Forderungen durch die Finanzbehörde. Kommt es dann zum Tod des Riester-Sparers, müssen über Jahrzehnte erhaltene Riester-Zulagen vom Ehepartner zurückgezahlt, die bis dahin angefallenen Kapitalerträge müssen auf einen Schlag versteuert werden.
Riester-Sparer sollten sich deshalb eine Option auf eine einmalige Kapitalabfindung im vertrag aufnehmen lassen. Möglich ist auch die Umwandlung einer Garantierente in eine lebenslange Hinterbliebenen-Rente. In diesen Fällen ist die Familie abgesichert, die staatlichen Zulagen (Riester Rechner) bleiben bestehen.
Ricki Males
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