Saunaaufguss
Der Saunaaufguss ist zentraler Mittelpunkt eines Saunabesuches und wird von den Saunabesuchern fast als Zeremonie zelebriert. Hierbei werden die heißen Steine des Saunaofens mit Flüssigkeit (heißem oder kaltem Wasser mit Zusatzstoffen) übergossen und somit kurzzeitig die Luftfeuchtigkeit innerhalb der Kabine erhöht. Die Finnen (finnische Sauna) nennen diesen typischen Vorgang des stark erhöhten Schwitzgefühles gerade auf den oberen Sitzbänken „Löyly“.
Für diesen Aufguss wird in einem Holztrog eine bestimmte Menge Wasser (je nach Saunagröße) mit einem Konzentrat vermischt und mit der Saunakelle durchgemengt. Diese Kelle wird dann vom Meister der Sauna portionsweise mit Flüssigkeit gefüllt und über den Steinen vergossen. Ist der Großteil des Aufgusses verbraucht, wirbelt der Saunameister mit einem Handtuch nach einer bestimmten Technik die Luft durcheinander, um eine gewisse Gleichmäßigkeit der Duftwirkung und des Wasserdampfes zu erreichen. Während dem Aufguss herrscht meist absolutes Schweigen und pure Entspannungsphase – gerade in öffentlichen Anlagen ist das Ein- und Austreten der Kabine währenddessen nur in Ausnahmefälle gestattet.
Die zugesetzten Duftstoffe sind entweder entspannend oder anregend und haben meist gesundheitsfördernde Nebenwirkungen. Einige Beispiele hierzu sind Minze, Fichtennadel, Eukalyptus, Zitrus (Zitrone, Orange, Limette, Grapefruit), Menthol, Latschenkiefer, Kräuter, Rosmarin, Lavendel, Fenchel, grüner Apfel, Vanille, Ananas, Honig etc. Sie sind als ätherische Öle und Konzentrat im Fachhandel, Apotheken oder Drogeriemarkt erhältlich, auf ihre Reinheit ist dabei stets zu achten.
Unterschiedliche Aufgussarten sind vielerorts bekannt: Honig-Aufguss (Hierbei wird der Körper während des Aufgusses mit einer Honigpaste eingerieben, die sehr pflegend wirkt), Salz-Aufguss (während des Aufgusses wird mit grobkörnigem Mineralsalz ein Hautpeeling durchgeführt), Eis-Aufguss (gecrashtes Eis wird auf dem erhitzten Körper geschmolzen), etc.
Karl Reichert
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