Wechseljahre und hormonelle Umstellungen –
das Leben der Frau ändert sich


Wechseljahre oder Klimakterium bezeichnen den Lebensabschnitt der Frau am Ende der Geschlechtsreife etwa ab dem 45. Lebensjahr. In Deutschland befinden sich derzeit mehr als zehn Millionen Frauen in dieser Lebensphase. Dank medizinischem Fortschritt und längerer Lebenserwartung liegen die Wechseljahre heute nicht mehr am Ende sondern in der Mitte des Lebens. Die Wechseljahre sind der Beginn eines neues Abschnittes im Leben.

Dabei sind die Wechseljahre auch ein Schritt im natürlichen Alterungsprozess und den damit verbundenen hormonellen Umstellungen. Alle Hormone im Körper unterliegen einer komplexen Steuerung und sind in einem fein regulierten Steuerungskreis mit anderen Funktionen und Abläufen im Körper verbunden. Jede Drüse produziert so lange eigene Hormone, bis ein bestimmtes Niveau im Blut erreicht ist. Das Gehirn schüttet bestimmte Hormone zur Kontrolle und Steuerung aus, die die weitere Produktion der Hormone stimulieren oder hemmen. Beginnen die Wechseljahre, versucht das Gehirn die unregelmäßige Hormonausschüttung durch die Eierstöcke auszugleichen. Wenn das nicht gelingt, muss der Körper ein neues Gleichgewicht finden. Das geschieht in einem langsamen, wechselhaften Prozess (Wechseljahre genannt), der gewöhnlich zwischen fünf und zehn Jahre dauert.

Hormone und Wechseljahre
Mit dem Ende der Fruchtbarkeit endet durch die Wechseljahre auch der Hormon-Zyklus, der Jahrelang lang den Biorhythmus und das Leben der Frau maßgeblich mit bestimmt hat. Wenn eine Frau fruchtbar ist, reifen in den Eierstöcken fortlaufend Eier heran, die befruchtet werden können. Das Reifen und die Chance für eine Schwangerschaft werden durch Geschlechtshormone gesteuert, die in den Eierstöcken gebildet werden.

Die wesentlichen Hormone sind Östrogene und das Gestagen Progesteron (auch Gelbkörperhormon genannt). Im normalen Zyklus der Frau ist der Gelbkörper für die Produktion von Progesteron zuständig.

Die Hormone steuern das Reifen des Eis und den Eisprung. Ungefähr 400 Eisprünge hat eine Frau bis zum Eintritt ihrer letzten Regelblutung. Dann schrumpft das Gewebe der Eierstöcke und der Eisprung bleibt aus. Die Hormonproduktion ändert sich während der Wechseljahre in ganz ausgeprägtem Umfang. Zuerst sinkt das Gestagen-Niveau im Blut, nach einigen Jahren wird auch weniger Östrogen gebildet. Am Anfang der Wechseljahre führt der Mangel an Progesteron noch nicht sofort zum Ende der Menstruation, sondern die Regelzyklen der Frau werden kürzer. Charakteristisch für die Wechseljahre sind unregelmäßige Zyklen und zunehmende Stärke der Blutungen.

Die Funktion der Eierstöcke geht auf diese Weise während der Wechseljahre immer mehr zurück und wird schließlich ganz beendet. Am Schluss endet auch die Östrogenproduktion und die Regelblutung bleibt aus. Dies ist der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, die Menopause.

Probleme der Wechseljahre
Wenn länger als ein Jahr keine spontane Regelblutung mehr vorhanden ist, ist die fruchtbare Lebensphase der Frau beendet. Während der Wechseljahre treten bei rund zwei Dritteln der Frauen Beschwerden unterschiedlicher Stärke auf. Bei einem Drittel sind diese so schwer, dass sie ihr Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Der sich verändernde Hormonhaushalt der Wechseljahre führt zu Stimmungsschwankungen, die je nach Lebenssituation verstärkt werden können. In die Zeit der Wechseljahre kommt es oft auch zu beruflichen und familiären Veränderungen, da die Kinder das Haus verlassen und dadurch das Leben neu gestaltet werden muss.

Manchen Frauen greifen in dieser Situation gerne zu Hormonpräparaten und Psychopharmaka. Aufgrund der Risiken einer Hormonersatztherapie sollte zunächst versucht werden, eine hormonfreie Alternative bei Wechseljahresbeschwerden zu probieren.

Dr. Marcus Pahl-Seibert
Markgyn [ at ] tauruspharma [ dot ] de

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