Artikelverzeichnisse – Artikel-Marketing
Eine neue Möglichkeit, aktuellen Webseiten Leben einzuhauchen?
Seit einigen Jahren sind so genannte Artikelverzeichnisse ‚in’. Diese meist gut etablierten Webseiten bieten die Möglichkeit, dort Artikel zu unterschiedlichen Themen einzustellen und die eigene Website zu verlinken.
In der Regel fordern die Artikelverzeichnisse einen Text, der noch nicht veröffentlicht wurde, mit einem Umfang zwischen 150 und 350 Wörtern. Eine weitere Forderung besteht darin, dass der neudeutsch bezeichnete „Content“ auch später nirgends veröffentlicht wird. Geboten werden dafür 1 bis 5 Backlinks zu Linkzielen, die der Autor in die Texte einbetten kann.
Die Grundidee ist die, dass ein sachkundiger Autor sein Wissen auf eine bereits funktionierende Website einstellt und somit den Surfer mit Informationen versorgt. Der Surfer lockt bei Interesse auch auf die eigene Website. Eigentlich eine gute Idee, die allen Beteiligten nützlich sein kann. Der Surfer bekommt Informationen zu ihn interessierenden Themen, die Betreiber der Verzeichnisse erhalten kostenlos informative Inhalte und können ihre Webseiten kostengünstig ausbauen. Der Autor und Webmaster erhält durch die von mir als Artikel-Marketing bezeichnete Maßnahme wertvolle, themenrelevante Backlinks und auch kostenlosen Trafik, der besonders für neue Webseiten interessant ist.
Ich kenne eigentlich alle Standpunkte des Konzepts – als Verzeichnisbetreiber, Autor und Surfer. Nach meiner Meinung wird derzeit die Gier nach Backlinks und nach Unique Content der ganzen Sache eher abträglich. Die Verzeichnisbetreiber kontrollieren nicht mehr die Wertigkeit der Texte und es haben sich Schreibdienste etabliert, die lediglich collagierte Wortgrütze zum kleinen Preis für die Verzeichnisse anbieten. So genannte Seos greifen auf diese Dienste zu und übersäen das Internet mit gleichartigen Texten, die niemandem nützen.
Alle Seiten sollten den Wert des Artikel-Marketings nicht unterschätzen und das System nicht ausbluten lassen. Viele neue Seiten, die ich betreue, haben in den ersten Monaten mehr Trafik über Referer der Artikelverzeichnisse als über Suchmaschinen oder sonstige Marketingmaßnahmen.
Natürlich muss man hier die Verzeichnisse genau auswählen und nicht nach dem ominösen PageRank schielen. Manche Artikel, die ich verfasst habe, bringen der Zielseite täglich mehr als 50 Besucher. Es lässt sich leicht ausrechnen: wenn man 10 Artikel auf starke Verzeichnisse verteilt, kann hier schon ein enormer Besucherstrom entstehen. Dass die so genannten Backlinks nach einer gewissen Zeit ebenfalls ihre Wirkung zeigen, ist für viele der Hauptgrund der Maßnahme; ich tendiere eher dazu, den kostenlosen Trafik als Ziel zu definieren.
Also, liebe Autoren und Verzeichnisbetreiber, bieten Sie den Surfern Texte, die lesenswert sind - und alle Beteiligten werden weiter Nutzen aus diesem Konzept ziehen. Die Gefahr, dass die Suchmaschinen die Verzeichnisse eines Tages als Webkataloge werten und somit abwerten, ist nur durch eine Qualitätoffensive abzuwenden.
Heinz Wiedow
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