Geschlossene Portfoliofonds
Geschlossene Portfoliofonds investieren Anlegergelder in unterschiedliche unternehmerische Beteiligungen aus unterschiedlichen Anlageklassen wie beispielsweise Schiffe, Container, Immobilien und Private Equity. Die Anlageklassen sollten wenig oder gar nicht miteinander korrelieren, um nicht nur eine hohe Streuung, sondern auch eine optimale Diversifizierung des Anlegervermögens zu erreichen.
In der Regel werden Portfoliofonds in Form eines strukturierten und gewichteten Blind Pool konzipiert. Zum Zeitpunkt des Beitritts der Anleger stehen also die Anlageklassen und deren prozentualer Anteil am Gesamtportfolio fest, aber nicht die einzelnen Investments selbst.
Aus diesem Grunde sollte das Fondsmanagement einen Anlageausschuss aus erfahrenen Branchenexperten, die für Sichtung und Prüfung der einzelnen Investments verantwortlich sind, bilden. Die Mitglieder des Anlageausschusses sollten über ausgewiesenes, langjähriges Know-how, über persönliche Kontakte zu den entscheidenden Marktteilnehmern und Initiatoren sowie über den entsprechenden Zugang zu attraktiven Investments verfügen. Außerdem sollten sie nicht weisungsgebunden und frei in der Auswahl ihrer Anlagevorschläge sein.
Für den Anleger hat die Blind-Pool-Konstruktion in Verbindung mit einem kompetenten Anlageausschuss den enormen Vorteil, dass das Management flexibel im Markt agieren kann. Dadurch lassen sich z. B. günstige Zeitpunkte zum Einstieg in Investments ebenso nutzen wie die Chancen des Zweitmarkts für geschlossene Fonds.
Bei den Investitionsentscheidungen sind primär drei Faktoren, die sowohl der Absicherung als auch der Renditeoptimierung des Portfoliofonds dienen, zu beachten.
- 1. Das Kapital wird breit gestreut in eine Vielzahl von Beteiligungen und Fonds investiert.
- 2. Die Anlageklassen sind in ihrer Wertentwicklung möglichst unabhängig voneinander, so dass ein echter Diversifizierungseffekt erzeugt wird.
- 3. Ein kleiner Teil des Kapitals wird zum Hedging des Gesamtportfolios eingesetzt, besonders zur Absicherung gegen Inflation.
Als Hedging-Instrumente für unternehmerisch geprägte Portfolios bieten sich Anlageklassen an, die negativ zu Wirtschafts-, Finanz- und Währungskrisen korrelieren, z. B. fungible Sachwerte wie Edelmetalle. Die Wertentwicklung von Edelmetallen korreliert positiv zum Kaufkraftschwund von Währungen.
Jörg Thomasberger
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