Neue Anlageform – Zertifikate?
Zertifikate sind die neuen Lieblingsprodukte der Deutschen Vorsorgesparer. Nach dem großen Börsencrash und der geplatzten New Economy Blase suchten die Anleger transparente und sichere Alternativen zu Fonds und Einzelaktien, so kam der Handel mit Zertifikaten in Deutschland in Gang.
Mittlerweile haben diese den Fonds als Geldanlage und zum Vorsorge sparen den Rang abgelaufen. Im Gegensatz zum Fonds werden Zertifikate direkt vertrieben und die Banken, die Zertifikate anbieten, berechnen teilweise deutlich niedrigere Gebühren als Fonds-Investmentgesellschaften, die Kosten sind aber nicht grundsätzlich niedriger sondern je nach Produkt sehr unterschiedlich. Allerdings gilt das Zertifikat nicht wie der Fonds als Sondervermögen, sondern ist in der Rechtsform eine Inhaberschuldverschreibung, also ein Art Anleihe. Das bedeutet dass das in Zertifikate angelegte Geld verloren ist, sollte die ausgebende Bank Pleite gehen. Allerdings ist das bei den Zertifikate handelnden Instituten in Deutschland eher unwahrscheinlich, der Anleger sollte sich jedoch vor dem Kauf informieren, wie es um die Bonität des Emittenten steht.
Die Bandbreite der Anlagemöglichkeiten ist groß und wächst durch die permanent neu erscheinenden Produkte immer weiter. Über Zertifikate kann man sich indirekt an den verschiedensten Märkten beteiligen, auf sichere Kurse, exotische internationale Aktien, die direkt in Deutschland gar nicht gehandelt werden, oder neue Branchen setzen. Grundsätzlich lässt sich die Vielzahl der Zertifikate in die Partizipationszertifikate, dazu gehören Index- und Basket-Zertifikate, deren Laufzeit unbegrenzt ist und deren Wert direkt an die Entwicklung des Basiswertes gekoppelt ist, und in die Zertifikate mit definiertem Rückzahlungsprofil, wie zum Beispiel Discount, Bonus- und Expresszertifikate, die eine bestimmte Laufzeit und vorher festgelegte Auszahlungskonditionen haben, einteilen.
Elke Lohre
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