Schwandorf im Wandel


Schwandorf, Wackersdorf, Steinberg – bis in die 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts lebten die drei Kommunen im Oberpfälzer Wald von den Braunkohlevorkommen. Kohle wurde in den Industrieanlagen verheizt oder im Braunkohlekraftwerk Dachelhofen verheizt. Nach dem Ende der Braunkohleindustrie sah es dürster aus. Die damalige Staatsregierung wollte in Schwandorfs Nachbargemeinde Wackersdorf eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage, die inzwischen zu trauriger Berühmtheit gelangte WAA, errichten. Dieses Vorhaben scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. Ein Glücksfall.

Auf dem Gelände der ehemaligen WAA haben sich inzwischen Weltfirmen wie BMW angesiedelt. Das aufgegebene Kraftwerk Dachhelhofen beherbergt zwei mittelständische Unternehmen, die in 2006 den Sprung an die Börse gewagt haben. Darunter Schmack Biogas – Ökostrom statt Atom.

Auch das ehemalige Traunkohle-Tagebaugebiet, das in den 1980iger eher einer Mondlandschaft glich, hat sich in ein naturnahes Tourismusgebiet verwandelt. Noch trägt das Oberpfälzer Seenland wenig zu den steigenden Übernachtungszahlen für Ostbayern bei, denn aktuell etabliert es sich gerade als Naherholungsgeboet für Regensburg und die Metropolregion Nürnberg. Vorsichtiges Tourismusmarketing ist gefragt. Vielleicht sollte man Wasserspaß und Fun mit dem reichen kulturellen Erbe der Region verknüpfen, beispielsweise dem Fronberger Schloß.

Matthias Süß
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