Das jüdische Passah (Pessach) Fest


Das jüdische Passah-Fest ist vor kurzem (Ende April) zu Ende gegangen. Es folgt alljährlich einer streng vorgegebenen Ordnung, die sich klar an der Bibel orientiert. Schließlich wurde das Fest zu ganz bestimmten Zwecken von Gott selbst eingesetzt. Die genaue Abfolge des Abends ist in der "Pessach-Haggada" festgelegt, einer Gottesdienstreihenfolge.

Die Geschichte des Passah beginnt im zweiten Buch Mose als ein neuer König die Herrschaft in Ägypten antritt und dieser damit begann, das Volk zu knechten. Gott hörte die Klagen des Volkes und berief Mose dazu, das Volk aus dieser Knechtschaft herauszuführen.

Das Herz des ägyptischen Pharao war allerdings verstockt und er wollte das Volk nicht ziehen lassen. Darauf wird Ägypten von Gott durch 10 Plagen heimgesucht, an deren Ende der Pharao das Volk in einer Nacht und Nebel-Aktion endlich ziehen lässt.

Das ganze Passah-Fest soll an diese Geschehnisse erinnern. Und so ist die eigentliche Botschaft des Festes die Erlösung.

Ganz wichtig für das Verständnis des Passah ist die Tatsache, dass die ersten neun Plagen nur die Ägypter betrafen. Blut, Frösche, Läuse, Fliegen, Viehpest, Pestbeulen, Hagel, Heuschrecken und Finsternis waren alles Plagen, bei denen Israel nichts zu tun brauchte als zuzusehen. Die zehnte Plage jedoch, der Tod jeder Erstgeburt, betraf alle! Auch die Erstgeburt der Israelis war mit eingeschlossen. Um jedoch verschont zu werden, gab Gott seinem Volk folgende Vorgaben:

Ein makelloses, männliches und einjähriges Lamm musste geschlachtet werden. Dessen Blut musste in der Nacht der letzten Plage an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle der Häuser gestrichen werden (2 Mose 12). Die Bewohner in den Häusern mussten das Fleisch in derselben Nacht vollständig aufessen. Was nicht gegessen werden konnte, musste verbrannt werden. Es durfte am Ende nichts übrig bleiben. Etwas Makelloses musste also ganz hingegeben werden.

Nur so wurden diejenigen verschont, die dieses Zeichen an ihren Häusern hatten. Nur durch das Blut des Lammes konnte das Volk gerettet werden.

Es muss nicht extra betont werden, auf wen dieses Passah-Lamm hindeutet: Auf das wahre Lamm, den Herrn Jesus Christus, der als vollkommenes Opfer sein Leben ganz hingegeben hat zur Errettung aller, die dieses Blutopfer in Anspruch nehmen.

Das Passahfest ist auch das Fest der ungesäuerten Brote. Das ist ein flaches Fladenbrot, das eben ungesäuert ist, also ohne Treibmittel wie Hefe. Durch die ungesäuerten Brote erinnern sich die Juden daran, dass das Volk damals überstürzt, mitten in der Nacht, aufbrechen musste und so keine Zeit mehr hatte, das Brot fertig zu backen. Das Brot blieb flach.

Daran erinnert auch eine besondere Tradition des Passahfestes, die sich aus 2 Mose 13,14 ergibt. Dort heißt es: "Und es soll geschehen, wenn dich künftig dein Sohn fragt: Was bedeutet das?, dann sollst du zu ihm sagen: Mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten herausgeführt, aus dem Sklavenhaus...".

Und so steht am Passahabend ein Kind auf und stellte laut Fragen zu der Tradition des Passahfestes. Die Erwachsenen antworten darauf. Beispielsweise fragt das Kind: "Warum unterscheidet sich dieser Abend von allen anderen Abenden? An allen anderen Abenden essen wir gesäuertes oder ungesäuertes Brot. Warum essen wir an diesem Abend nur ungesäuertes Brot?"

Die Erwachsenen antworten darauf gemeinsam: "Wir essen nur ungesäuertes Brot, um uns daran zu erinnern, dass unsere Vorfahren bei der hastigen Flucht aus Ägypten das Brot mitnehmen mussten, während es noch flach war".

Ein weiterer Hinweis auf Jesus Christus findet sich in 2 Mose 12,46: "und ihr sollt kein Bein (an dem Lamm) brechen." Dieser Umstand erfüllte sich darin, dass dem wahren Lamm, Jesus Christus, bei seinem Sterben am Kreuz die Knochen nicht gebrochen wurden (Joh. 19,36).

Es gibt viele weitere Symboliken, die sich im Passahfest äußern. So wird zu Beginn ein bitteres Kraut (Karpas) gegessen, um an die bittere Not zu erinnern, die dem Volk in der ägyptischen Gefangenschaft widerfuhr. Und die Speise wird in Salzwasser getaucht, weil Salzwasser an Tränen erinnert. Das Karpas steht für Leben. Indem das Karpas eingetaucht wird, erinnern sich die Juden daran, dass Leben ohne Erlösung ein Leben in Tränen bedeutet.

Begleitet wird das Mahl durch insgesamt vier Kelche von Wein, die ebenfalls alle eine besondere Bedeutung haben. Ein Kelch jedoch bleibt leer: Der fünfte Kelch ist der sogenannte Elia-Kelch. Er bleibt traditionell Elia vorbehalten, von dem die Juden aufgrund von Maleachi 3,23 eine Wiederkehr erwarten.

Eckart Haase

www.spiritlight.eu

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