Smilies – ehemals grafische Strichzeichnungen
Unter dem Begriff „Smiley“ ist eine grafische Strichzeichnung zu verstehen, die ein lächelndes Gesicht darstellt. Dabei gibt es drei kennzeichnende Merkmale: Ein gelber Kreis, ovalförmige Augen sowie ein lächelnder Mund. Als Entstehungsjahr der Smilies lässt sich 1963 datieren.
Ein Werbegrafiker namens Harvey Ball fertigte die innovative Strichzeichnung für einen Kunden an, nachdem der Auftrag eines Anstecknadelentwurfes erteilt wurde. Jene sollte in einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft einen Beitrag zur Verbesserung des Betriebsklimas leisten.
Der Entwurf zeigte einen Kreis, zwei Punkte sowie einen gebogenen Strichmund. Mit dieser Stilisierung eines lächelnden Gesichtes wurde der Smiley geboren. Ein Zeichen, das rechtlich nicht geschützt wurde. Schon bald meldete der aus Frankreich stammende Journalist Franklin Loufrani auf diese populäre Grafik ein Geschmacksmuster an.
In den schrillen Achtzigern ernannte die Musikrichtung Acid House den fröhlichen Smiley zu ihrem Markenzeichen. Aufgrund der wachsenden Verbreitung der damit verbundenen Party-Droge Ecstasy distanzierten sich zahlreiche Kaufhäuser von Smiley-Waren, um einen Schaden des Ansehens zu umgehen.
Heutzutage sind mit „Smilies“ vor allem die aus dem amerikanischen Standardzeichensatz bestehenden Gesichter gemeint, welche humorvoll in Chatrooms oder Emails die Gefühle von Usern ausdrücken. Bestimmte Zeichenfolgen bilden in der Internetkommunikation die Smilies nach. Diese elektronischen Formen werden als Emoticons bezeichnet. Einfallsreiche Erweiterungen und Variationen der ursprünglichen Smiley-Grafik sowie Animationen oder Smileys, die Schilder-Botschaften präsentieren, sind weit verbreitet. Manche Benutzer lassen die Emoticon-Schreibweise mittlerweile auch in Handschriftliches einfließen. Smileys ermöglichen es, persönliche Stimmungen zu visualisieren und zu verdeutlichen. Ihre Bedeutungen und Animationen erzeugen Nähe zum Gesprächspartner und vermitteln den Eindruck, man nehme durch den Smiley den Gesichtsausdruck des anderen wahr. Ein übermäßiger Einsatz wird jedoch meist als störend empfunden.
Mark Breuer
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