Tipps für die statistischen Auswertungen von Doktorarbeiten
In den meisten medizinischen Doktorarbeiten werden Dutzende oder gar Hunderte von Daten erhoben, die schließlich mühevoll ausgewertet werden müssen. Da sich in den letzten Jahren die medizinische Statistik durch die Verbesserung der statistischen Software und natürlich durch die vergrößerte Kapazität von Rechnern sehr weiterentwickelt hat, sind die Anforderungen in diesem Bereich sehr gestiegen. Während früher die Durchführung einiger t-Test als „Statistik“ galt, muss jetzt zunächst erst einmal die Verteilungsform überprüft werden, bevor mit der eigentlichen Auswertung angefangen werden kann. So sieht sich der geplagte Doktorand vor der Frage, ob er hierfür den Kolmogorov- Smirnov- Test oder doch lieber den Shapiro- Wilks- Test verwendet sollte.
Programme wie das bekannte SPSS haben nicht mehr das Problem, dass die geforderten Tests nicht durchgeführt werden können, sondern dass so viele Möglichkeiten bestehen, dass man nicht mehr weiß, welche Verfahren man überhaupt verwenden soll. So hat der Anwender z.B. die Möglichkeit, nach Durchführung der ANOVA bei post hoc – Analysen zwischen 18 verschiedenen Verfahren zu wählen, die dann jeweils ganz unterschiedliche Ergebnisse ergeben können. Das Problem ist, dass es kein überschaubares Buch gibt, das eine „Gebrauchsanweisung“ liefert, wann man welches Verfahren einsetzen sollte. In der Verzweiflung wählen viele Doktoranden dann das Verfahren, das am besten passt, also am meisten signifikante p-Werte produziert. Die Gefahr eines solchen Vorgehens ist natürlich, dass die Studienergebnisse nicht valide sind. Dabei sollte man auch bedenken, dass oftmals die zu analysierenden Parameter nicht sorgsam ausgesucht werden, sondern ausgewertet werden, weil sie erhoben wurden und jetzt eben vorhanden sind.
Je mehr Tests durchgeführt werden, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass falsch positive Befunde erhoben werden. Beim Vergleich von 100 willkürlichen Stichproben beträgt die Wahrscheinlich, zumindest eine zufällige Signifikanz zu berechnen, weitaus mehr als 99 %. Dies bedeutet, dass die Studienauswertung besonders dann gefährdet ist, falsche Ergebnisse zu liefern, wenn die Parameter schlecht ausgesucht wurden und wenn sinnlose Tests durchgeführt werden. Um diesen Fehler zu korrigieren, gibt es zum Teil auch statistische Verfahren, wobei der Einsatz dieser Verfahren auch weiter kommentiert werden sollte…. Es werden viel Tipps rund um die Doktorarbeit gegeben. Neben Hinweisen zur medizinischen Statistik finden sich hier auch Informationen zur Studienplanung, Datenerfassung und vieles mehr.
Natürlich gibt es bei der statistischen Auswertung so viele Fallstricke, dass der Doktorand auch trotz umfangreicher Tipps noch zahlreiche Fehler machen kann. Daher ist es für viele eine sinnvolle Alternative, die Daten professionell analysieren zu lassen. Es wird ein Statistik-Service von einer Ärztin angeboten, die bei den statistischen Analysen einen Schwerpunkt auf klinische Aspekte legt. Dadurch können oftmals besonders interessante Ergebnisse erarbeitet werden, die natürlich auch alle statistischen Anforderungen erfüllen.
Dr. med. Tanja Kottmann
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